Subtotal: $
Checkout-
Die Ent-Zauberung
-
Körperlos und doch real
-
Kraftvoll predigen
-
Über Natürliches
-
Über Engel
-
Über die göttliche Natur
-
Zehen, die an Engel stoßen
-
Besessen und befreit
-
Wider das völkische Neuheidentum
-
Gefühlter Glaube
-
Wirf dein Handy weg!
-
Leserreaktionen
-
Symposium in der Slowakei
-
Was es bedeutet ein Sohn Gottes zu sein
Mütter von Srebrenica
30 Jahre danach graben Überlebende noch immer Gebeine aus.
von Hannah Rose Thomas und Rachel Miner
Donnerstag, 11. Dezember 2025
Verfügbare Sprachen: English
Nächster Artikel:
Entdecken Sie andere Artikel:
Im Juli 1995, nach drei Jahren schrecklichen Krieges zwischen Bosniern, Kroaten und Serben im ehemaligen Jugoslawien, eskalierten die Kriegsverbrechen gegen die bosnischen Muslime von Srebrenica, einer Stadt im Osten Bosniens. Die Friedenstruppen der Vereinten Nationen überließen eine Sicherheitszone den bosnisch-serbischen Streitkräften, die an einem einzigen Tag mehr als 8.000 Männer und Jungen töteten und Tausende von Frauen und Kindern vergewaltigten und vertrieben – der größte Völkermord in Europa seit dem Holocaust.
Nach dem Völkermord schloss sich eine Gruppe von Müttern zusammen, um die Gebeine ihrer Familienangehörigen zu finden. Die Mütter von Srebrenica sind seitdem zu einer beeindruckenden Organisation geworden, die sich weiterhin dafür einsetzt, den Kreislauf des Völkermords zu durchbrechen, der ihren Familien und Freunden das Leben gekostet hat und sie noch immer täglich verfolgt. Sie erkämpften die Einrichtung einer Begräbnisstätte, halfen bei der Eröffnung eines Gedenkzentrums, sammelten Beweise, um die Täter strafrechtlich zu verfolgen, setzten einen internationalen Gedenktag durch und bauten ein Haus (auf dem Gelände, auf dem der Völkermord stattfand), das sie als Operationsbasis und Gästehaus nutzen.
Im Jahr 2024 reisten die britische Künstlerin Hannah Rose Thomas und ich zu den Müttern von Srebrenica, um Traumabehandlung anzubieten und diese Mütter zu ehren. Nachdem wir drei Tage lang mit ihnen gegessen, Wildblumen für Tee gepflückt und ruhige Momente miteinander verbracht hatten, erlaubten sie uns, sie zu interviewen und zu fotografieren, um mit der Arbeit an ihren Porträts zu beginnen.
Die Erinnerungen an den Völkermord in Srebrenica sind unübersehbar. Straßennamen ehren Kriegsverbrecher. An fast jedem Gebäude wehen serbische Flaggen. Und doch haben die Mütter von Srebrenica inmitten von Unbehagen, Spannungen und offener Leugnung des Völkermords ihr Leben zu einem Bollwerk gegen die Angst und den Hass gemacht, die zu Völkermord und Auslöschung führen.
Wie fängt man solche Geschichten und Erfahrungen – den Schmerz, die Widerstandsfähigkeit, die Hoffnung, die Energie, die Verzweiflung – mit einem Pinselstrich ein? In Hannahs Worten: „Die mühsamen Tempera- und Ölmaltechniken der Frührenaissance, sind für mich eine Form des Gebets und können Wochen dauern. Es ist ein außerordentliches Privileg, das Porträt einer Person zu malen. Ich hoffe, dass meine Bilder etwas von dem Licht widerspiegeln, das diese bemerkenswerten Frauen ausstrahlen.“
Diese Porträts wurden im Srebrenica Memorial Center im Rahmen der Gedenkveranstaltungen zum 30. Jahrestag im Juli 2025 enthüllt.
Bilder von Hannah Rose Thomas, gesponsert von Bellwether International. Fotos von Lauren Knuckey.
Bida
„Nicht alle Mütter finden Knochen.”
Bidas Sohn und ihre 70-jährige Mutter wurden während des Völkermords ermordet. Sie versteckte sich über einen Monat lang, um ihren Nachbarn zu entkommen.

Munira
„Jede Mutter ist eine Mutter. Egal ob der Sohn, den sie verlor, Kriegsverbecher oder Opfer war.”
Munira verlor während des Völkermords 22 Familienmitglieder. Im Jahr 2013 begrub sie die einzigen gefundenen Überreste ihres jüngsten Sohnes: zwei kleine Knochen. Nach dem Völkermord gründete sie „Mütter von Srebrenica“, um ihr Leben, ihre Gemeinschaft und ihr Land wieder aufzubauen. Über 5.500 Kinder verloren während des Völkermords einen oder beide Elternteile. Die Mütter von Srebrenica haben viele dieser Kinder aufgenommen. Sie kämpfen für Wahrheit, Gerechtigkeit und dafür, dass die Täter Rechenschaft ablegen. Muniras Telefon klingelt ununterbrochen, während sie mit ihren zahlreichen Kindern spricht, die mittlerweile ein erfolgreiches Leben in aller Welt führen.

Julia
„Ich kann ihre Fotos nicht ansehen. Wenn ich meinen Sohn sehe, den Jüngeren – wenn man seine Augen sieht, kommen einem sofort die Tränen.”
Julia lebte etwas außerhalb von Srebrenica an der serbischen Grenze und erinnert sich, mit ihren Nachbarn immer ein gutes Verhältnis gehabt zu haben. Das änderte sich, als ihr eines Tages ein Nachbar riet, wegzugehen und niemals zurückzublicken, wenn die Grünen Barette kommen. An einem einzigen Tag wurden 33 ihrer Verwandten in der ehemaligen UN-Schutzzone Srebrenica ermordet.

Kada
„Ich kann nicht verstehen und hätte nie gedacht, dass jemand, der eigentlich ein Teil von mir ist, mein Nachbar, einen Krieg gegen mich beginnen würde.”
Als die Schüsse begannen und Granaten durch die Wände ihres Hauses flogen, flohen Kada und ihre Familie in den Wald, um zu überleben. Jede Nacht kehrte sie ins Dorf zurück, backte Brot in ihrem Haus und melkte die Kühe, um ihre Familie am Leben zu erhalten. Eines Nachts fand sie in ihrem Haus acht Menschen aus ihrer Gemeinde, die lebendig verbrannt worden waren. Nach dem Krieg gründete sie gemeinsam mit Munira die Mütter von Srebrenica.

Nura
„Nach so vielen Jahren haben wir immer noch nicht aufgegeben und wir werden auch nicht aufgeben.”
Nura verlor während des Völkermords viele Familienmitglieder, darunter ihren einzigen Bruder, der vor ihren Augen getötet wurde. Nura gründete 1995 ihre eigene Vereinigung für Überlebende und schloss sich später mit Munira und Kada zusammen, um gemeinsam unter dem Namen Mütter von Srebrenica zu arbeiten. Sie half dabei, viele Massengräber zu finden und freizulegen. Nun konzentriert sie sich darauf, vermisste Angehörige zu finden – ihre Gebeine, ihre Geschichten – und ihnen ein würdiges Begräbnis zu ermöglichen.