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Meinung

Leserreaktionen

Leserbriefe zur Plough Ausgabe Nr. 9, Frühling 2026, Das Schöne.

July 7, 2026

Das Schöne“ ist wunderschön, ich bin sehr berührt von dieser Ausgabe. Sie geht regelrecht unter die Haut.

Pastorin Ursula Schulz, Kernen, Deutschland

Erst einmal möchte ich Ihnen herzlich danken. Ich bin letztes Jahr über Ihr Plough Magazin gestolpert und da mich das Thema (Freiheit) angesprochen hat, habe ich es direkt mitgenommen. Ich bin immer noch bewegt von den einzelnen Artikeln und habe seit einiger Zeit auch den Newsletter Ihrer Gemeinschaft abonniert.  Erst heute habe ich den Artikel „Berufen zum Schönen“ von Kacey Sycamore zu Ende gelesen und mich an meine eigene Berufungsgeschichte erinnert gefühlt.

Ich bin sehr bewegt vom Ton und der Art und Weise wie Sie die Artikel schreiben. Mir kommt eine große Klarheit bei gleichzeitiger geistlicher Weite entgegen. Tiefgründig und voller Perspektive, die ermutigt. Ein ehrliches Suchen nach Wahrheit und was es heißt in der Welt von heute zuhause zu sein und seinen Weg als Christ und Christin zu gehen. Vergelt's Gott!

Als junge franziskanische Ordensschwester bin ich Ihnen und der Bruderhof-Gemeinschaft in dieser Suche nach Wahrheit und Weg in einer „besonderen“ Lebensform verbunden.

Sr. M. Damaris Leger, Gießen, Deutschland

Zu „Schönheit verborgen in der Natur”: Ein Dichter lügt nicht. Er kennt kein Mittelmaß und stellt die Extreme heraus. Er kann die Natur nur in ihrer Schönheit zeigen – oder morbide im Verfall, wie ihn Gottfried Benn in seinem Gedicht Kleine Aster herausstellt. Der auf den Tisch gestemmte Bierfahrer erhält seine Schönheit erst, als ihm die dunkelhelllila Aster zwischen die Zähne geklemmt wird, und erlangt seine Vollendung, als sie ihm in die Brust-höhle eingenäht wird. Die Schöpfung ist umgekehrt: erst die Natur, dann der Mensch. Der Dichter stellt den idealen Schöpfungszustand wieder her oder denkt voraus auf eine Zeit, in der sich der Mensch der Schöpfung entledigt hat.

Dirk Brockschmidt, Deutschland

Zu George Elsbetts „Oase des Schönen”: Pater George Elsbett, der Leiter des Zentrum Johannes Paul II., in welchem auch ich tätig sein darf – er ist also mein Chef –, schreibt in seinem Artikel „Oase des Schönen“ einen Satz, der mich zum Nach- beziehungsweise Weiterdenken gebracht hat. Bezugnehmend auf eine Aussage aus Robert McKee’s Story meint George Elsbett, dass besonders junge Menschen eher „tragfähige Glaubenserfahrungen“ als „abstrakte Antworten“ suchen würden. Und auch, wenn ich dieser Aussage grundsätzlich eher zustimme, denke ich mir, dass es sich damit vielleicht nicht ganz so einfach verhält. Zum einen, weil es unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Zugängen zu Gott gibt, wie auch Papst Benedikt XVI. in Salz und Licht anmerkt: „Es gibt so viele Wege zu Gott, wie es Menschen gibt.“ Zum anderen meine ich, dass gerade in den letzten Monaten der Ruf nach klaren Antworten auf die Fragen des Lebens laut geworden ist – zumindest erlebe ich es in meiner Arbeit immer öfter, dass Menschen – besonders junge – Schwarzbrot (oder echten westfälischen Pumpernickel, wie einer meiner Mitarbeiter im Zentrum Johannes Paul II. zu sagen pflegt) statt Kinderbrei möchten (und bräuchten). Dass diese Kost nicht in der Abstraktion stecken bleiben darf, ist klar. Genauso wie die Tatsache, dass eine tragfähige Glaubenserfahrung noch nicht zwingend einen Apostel macht. Im Idealfall laufen alle diese Elemente im Leben eines Menschen zusammen: Er macht eine Glaubenserfahrung, welche ihn dazu anstößt, sich auf die Suche nach den Antworten seiner Existenz zu machen, die er dann in sein Leben hineinwirken lässt. Dass die Schönheit, um welche es ja in dem Artikel vordergründig ging, sowohl die Glaubenserfahrung als auch die Antworten und die Implementierung veredelt, sehen wir beispielsweise in unserem BETA-Kurs, den wir im Zentrum Johannes Paul II. entwickelt haben und anbieten. Wir schaffen beim Ankommen ein ungemein schönes Ambiente mit atmosphärischem Licht, guter Musik, leckerem Fingerfood, herzhaften Cocktails und Menschen, die dich willkommen heißen, im Mittelteil des Abends tauchen wir ein in die Tiefen der katholischen Lehre und am Ende gibt es gemeinschaftlichen Austausch, Challenges für die Woche, vertiefende Fragen und weiterführende Literatur. Auf gut Deutsch: Wir schaffen Raum für tragfähige Glaubenserfahrungen, abstrakte Antworten und konkrete Transformation. Und das in einem Setting, das die Schönheit unseres Gottes widerspiegelt. So in etwa wie unsere Kapelle und unser ganzes Haus.”

David Schwarzbauer, Wien, Österreich

Der Gedanke, dass das Schöne nichts Starres, sondern etwas Dynamisches und Hingebendes ist, trifft den Kern einer tiefen Sehnsucht unserer Zeit. Gerade junge Menschen suchen heute nach dem Schönen, Wahren und Guten — nach etwas Authentischem, das sich oft zuerst im Äußeren zeigt, aber auf eine innere Wirklichkeit verweist. Eine solche ästhetische Erfahrung hinterlässt nicht nur Eindruck, sondern weckt schöpferische Kraft: den Wunsch, das eigene Leben und die Welt bewusst zu gestalten.

Wenn George Elsbett schreibt: „Es gibt mehr als nur das Banale“, erinnert er daran, dass der Mensch sich nicht mit Oberflächlichkeit zufriedengibt. Schönheit bewegt den Menschen über sich selbst hinaus — und genau darin liegt ihre eigentliche Kraft. Diese Ausgabe des Plough Magazins macht eindrucksvoll deutlich, dass die Sehnsucht nach Schönheit letztlich immer auch eine Sehnsucht nach Sinn, Tiefe und wahrer Menschlichkeit ist.

Mateo Marković, Wien, Österreich

Zu Natalie Carnes’ „Ikone oder Idol?”: Vielen Dank für diesen nachdenklichen Blick auf Ikonen und Idole. Er bringt ein Thema zur Sprache, das mir bei mir selbst und anderen aufgefallen ist. Wer in einer bestimmten Glaubenstradition aufgewachsen ist, mag in einer anderen Tradition Bedeutung finden – ich bin in einer Kirche ohne Bildnisse aufgewachsen, habe jedoch die Schönheit und Sinnhaftigkeit entdeckt, die in ihnen liegen kann, ohne dass ich dazu verleitet werde, die Bildnisse selbst zu verehren. Ich kenne andere, die sich in die entgegengesetzte Richtung entwickelten. Ich besuche nach wie vor regelmäßig eine Kirche ohne Bilder, verbringe aber oft Zeit an anderen Orten (für Gottesdienste oder Exerzitien), an denen solche Bilder vorhanden sind.

Katie Oakey, Sydney, Australia

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