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Pflug Magazin Nr. 4: Berufung

Herbst 2019

Jeder sehnt sich nach einer sinnvollen Arbeit. Aber was verleiht einer Arbeit Sinn? „Der Ruf“ oder „die Berufung“ ist die Antwort des protestantischen Christentums: Jeder Mensch ist von Gott berufen, dem Gemeinwohl durch eine bestimmte Arbeit zu dienen. Berufung kann dabei offenkundig so gut wie alles sein: Krankenschwester, Survival-Outdoor-Trainer, Kalligraph, Missionar, Aktivist, Risikokapitalanleger, Politiker, Henker … Aber wie Will Willimon in dieser Ausgabe erläutert, kennt das Neue Testament nur eine Form der Berufung: Jüngerschaft. Und Jüngerschaft bedeutet sehr wahrscheinlich eher, Vater und Mutter, Haus und Land zu verlassen, als sich mit seinem Fischer- oder Zöllner-Sein zu versöhnen.

Pflug Magazin Nr. 4: Berufung

Diese Ausgabe des Pflug Magazins möchte den Fokus auf Menschen richten, die ihr Leben mit dieser Einstellung zu Berufung führten. Solch ein Leben erfordert Selbstaufopferung und die Bereitschaft, seine eigenen scheinbaren Stärken als Schwächen wahrzunehmen, wie im Falle des kanadischen Philosophen Jean Vanier. Es erfordert ein lebenslanges Engagement für eine Kirche aus Fleisch und Blut, wie der koptische Erzbischof Angaelos erläutert. Es kann sogar bedeuten, bereit zu sein, sein Leben zu geben, wie für Annalena Tonelli, eine italienische Philanthropin, die am Horn von Afrika Pionierarbeit bei der Behandlung von Tuberkulose leistete. Diese Geschichten belegen auch, dass dies eine tiefere Freude bringt als jeder selbst gewählte Weg.