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    Schönheit in der Kunst

    Wir sind dazu aufgerufen, die Schönheit der Welt nicht nur zu betrachten, sondern sie auch zum Ausdruck zu bringen.

    von Sergei Bulgakov und Iris Murdoch

    Dienstag, 24. März 2026

    Verfügbare Sprachen: English

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    Sergei Bulgakov

    “Gott sah alles an, was er gemacht hatte: und siehe, es war sehr gut“ (Gen 1,31). Gott ist gut; er ist die Güte selbst. Gott ist wahr; er ist die Wahrheit selbst. Gott ist herrlich, und seine Herrlichkeit ist die Schönheit selbst. Schönheit ist ein objektives Prinzip in der Welt, das uns die göttliche Herrlichkeit offenbart. Die göttliche Quelle der objektiven Schönheit ist auch die Quelle der menschlichen Schöpfung von Schönheit, das heißt der Kunst. Gott schuf den Menschen nach seinem Bild und schenkte diesem Bild drei Gaben: einen zum Guten gerichteten Willen, die Gabe der Vernunft und Weisheit und die Gabe der ästhetischen Wertschätzung.

    Der Mensch ist dazu bestimmt, die Weisheit der Welt zu sein, gerade weil er am Logos teilhat; er ist auch dazu bestimmt, der Künstler der Welt zu sein, weil er sie mit Schönheit erfüllen kann. Der Mensch muss nicht nur ein guter und treuer Arbeiter in der Welt werden; er muss sie nicht nur „bearbeiten und hüten“ (Gen 2,15), wie ihm im Paradies geboten wurde, sondern er muss auch ihr Künstler werden; er muss sie schön gestalten. Weil er nach dem Bild Gottes geschaffen wurde, ist er zum Schaffen berufen. Die Dinge werden durch die Schönheit verwandelt und zum Leuchten gebracht; sie werden zur Offenbarung ihrer eigenen abstrakten Bedeutung. Und diese Offenbarung der Dinge der Welt durch die Schönheit ist das Kunstwerk. Die Welt, wie sie uns gegeben wurde, ist sozusagen von einer äußeren Hülle bedeckt geblieben, durch die die Kunst dringt, als würde sie die kommende Verwandlung der Welt vorwegnehmen. Der Mensch ist dazu berufen, ein Demiurg zu sein, nicht nur um die Schönheit der Welt zu betrachten, sondern auch um sie zum Ausdruck zu bringen.


    Sergei Bulgakov, in The Time of the Spirit: Readings Through the Christian Year (St Vladimir Seminary Press, 1984), 11. Verwendet mit Genehmigung. Übers. aus dem Englischen.

    Iris Murdoch

    Gute kunst lehrt uns, wie man reale Dinge betrachten und schätzen kann, ohne sie zu beanspruchen oder zu nutzen, ohne sie in den egoistischen Organismus des Selbst zu überführen. Diese Übung der Loslösung ist anspruchsvoll und wertvoll, unabhängig davon, ob das Betrachtete ein Mensch, die Wurzel eines Baumes oder die Schwingung einer Farbe oder eines Klangs ist. Die unsentimentale Betrachtung der Natur weist dieselbe Qualität der Loslösung auf: egoistische Interessen verschwinden, nichts existiert außer den Dingen, die gesehen werden.

    Schönheit ist das, was diese besondere Art von selbstloser Aufmerksamkeit auf sich zieht.

    Iris Murdoch, The Sovereignty of the Good (Routledge, 2014), 62–63. Verwendet mit Genehmigung. Übers. aus dem Englischen.

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    Foto von David Zumpe. Verwendet mit Genehmigung.

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