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Markus Barth

Achim Buckenmaier über Markus Barth: His Life & Legacy.

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October 6, 2026

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Markus Barth: His Life & Legacy | Biografie | Mark R. Lindsay | (InterVarsity Press, 280 Seiten

[.article__paragraph--cap][.small-caps]Das Schicksal[.small-caps] von Kindern berühmter Väter oder Mütter ist seit jeher ambivalent. Wer nicht aus dem elterlichen Gravitationsfeld heraustreten kann, scheint zu Konkurrenz oder Bedeutungslosigkeit verurteilt. Dass sich aus der vorgegebenen Konstellation auch ein Verhältnis auf Augenhöhe ergibt, zeigt der anglikanische Historiker Mark R. Lindsay mit der Biografie des Theologen Markus Barth.[.article__paragraph--cap]

Markus Barth (1915-1994) war das zweitälteste der fünf Kinder des Theologen Karl Barth. Seine Biografie bietet eine Lektüre, die in kleinen Miniaturen die verschiedenen Welten des beginnenden Nationalsozialismus in Deutschland, des biederen schweizerischen Protestantismus und der Konflikte der US-amerikanischen Gesellschaft der 1960er Jahre anschaulich skizziert.

Dass Lindsay der Familiengeschichte der Barths breiten Raum einräumt, hat seinen Grund auch in der außergewöhnlichen Ehe zwischen Markus und Rose Marie Oswald. Rose Marie wurde eine gesellschaftspolitisch engagierte Frau und Seelsorgerin, und ihr offenes Haus war an allen Orten die Realisierung eines christlichen, vor allem gemeinsamen Lebensprojekts.

Markus Barth wächst im kleinen schweizer Dorf Safenwil auf, wo der berühmte Vater Karl als Pfarrer tätig war. Später kommen die Barths über Göttingen nach Münster in Westfalen. Markus erlebt dort die mangelhafte Katechese und Konfirmation seiner älteren Schwester Franziska, die der zuständige Pastor in SA-Uniform hält. Er beschließt darauf hin, sich nicht konfirmieren zu lassen. Ein erstes Zeugnis seines eigenständigen Denkens.

Nach dem Studium folgen 13 Jahre pastoraler Tätigkeit in Bubendorf in der Nähe von Basel. Die Arbeit als Pfarrer gibt ihm einen wichtigen Maßstab: „The necessity of doing theology in the service of preaching.“ (Die Notwendigkeit, Theologie im Predigtdienst auszuüben).“

1953 begannen die 20 amerikanischen Jahre. In Chicago begegnet ihm und seiner Familie der unverhohlene Rassismus, der bis in die christlichen Gemeinden reicht. Auch hier wird Rose Marie Barth wichtig: „In all this Rose Marie was far more than simply a support for her husband’s work. On the contrary, it was she who frequently took the initiative in long-term antiracist action, encouraging her husband to follow her lead.“

Die vielen christlichen Denominationen in den USA rücken die ökumenische Frage in den Blick des Schweizer Exegeten. Vor allem aber wendet sich Barth in dieser Zeit der Frage nach dem Judentum zu. Er formuliert klar: Das jüdische Volk ist Gottes erste und vornehmliche Liebe. 1973 kehrt Barth in die Schweiz zurück. Zehn Monate nach dem Tod seiner Frau Rose Marie stirbt Markus Barth am 1. Juli 1994 in Basel.

Die erwähnte Vater-Sohn-Beziehung beschrieb Barth 1985 so: „Certainly, in all my work my dependence upon my father will be visible, and .... But on the whole, I have never attempted simply to represent or promote his work, but rather within the narrow frame of my competence in exegetical matters, to contribute to it.“

So viel Achtung und zugleich Freiheit ist bemerkenswert. Fazit: Ein im besten Sinn lehrreiches Buch, durchweg spannend zu lesen (bislang leider nur in der englischsprachigen Originalausgabe erschienen).