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Leserbriefe zur ReligiOhne‍

October 6, 2026

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[.smalltext]Leserbriefe zur Plough Ausgabe Nr. 10, Sommer 2026, ReligiOhne.[.smalltext]

Ich möchte mich einfach mal für ihre tolle Arbeit, die sehr interessanten, informativen, zum Nachdenken anregenden Artikel und die ansprechende Aufmachung ihres Magazins bedanken.

Manfred Geiß, Deutschland

Ich wollte rückmelden, dass ich Eure Zeitschrift sehr schätze und in meinen Augen eine sehr gute (wenn auch anspruchsvollere) qualitative Entwicklung stattgefunden hat. Der einzige Nachteil: Es liest sich halt nicht mehr so nebenbei...

Carsten, Herrnhut, Deutschland

Zu Peter Mommsens „Religion - ein Nachruf”: Mit großer Zustimmung habe ich den Beitrag „Religion – ein Nachruf“ von Peter Mommsen gelesen. In einer Zeit, in der das Christentum oft als überholt oder bloß als private Angelegenheit betrachtet wird, erinnert der Autor an eine historische Tatsache, die allzu leicht vergessen wird: Viele der Werte, auf die sich unsere westliche Gesellschaft heute beruft und die oft als „europäische Werte“ bezeichnet werden, sind ihrem Grunde nach christliche Werte und wären ohne das Christentum kaum denkbar: Menschenwürde, Nächstenliebe, Gleichheit aller Menschen vor dem Gesetz, Fürsorge für Arme und Schwache oder die Überzeugung, dass jeder Mensch unabhängig von Herkunft, Geschlecht oder sozialem Status einen unveräußerlichen Wert besitzt, sind keine Selbstverständlichkeiten der Menschheitsgeschichte. Sie wurden wesentlich durch das christliche Menschenbild geprägt und über Jahrhunderte hinweg in Kultur, Recht und Gesellschaft verankert.

Besonders nachdenklich macht mich die im Artikel angesprochene Frage, was geschieht, wenn sich unsere Gesellschaft zunehmend von ihren christlichen Wurzeln entfernt, und welche gemeinsamen Werte eine zunehmend säkularisierte Gesellschaft künftig tragen sollen. Mommsen warnt zu Recht davor, dass gesellschaftlicher Zusammenhalt und die Anerkennung der Würde jedes Menschen nicht selbstverständlich sind, sondern einer tragfähigen geistigen und moralischen Grundlage bedürfen. Wo die Grundlage verlorengeht, besteht die Gefahr, dass Werte ausgehöhlt werden und in der Folge Individualismus, gesellschaftliche Spaltung und die Durchsetzung bloßer Machtinteressen an die Stelle von Verantwortung, Solidarität und Gemeinwohl treten.

Der Artikel macht deutlich, dass das Christentum weit mehr ist als ein historisches Erbe. Es bleibt eine lebendige Quelle der Hoffnung in unsicheren Zeiten, bietet Orientierung und stiftet Sinn. Der Beitrag ist daher eine wertvolle Einladung, uns gerade in einer Zeit wachsender Unsicherheit nicht von diesem Erbe zu verabschieden, sondern seinen Wert neu zu entdecken.

Stephanie Lapka, Wien, Österreich

Zu Karen Kilbys „Es ist nicht alles gut, Mann!”: Dies war der Artikel, mit dem ich mich in dieser Ausgabe am meisten auseinandergesetzt habe, da ich dazu neige, das Ende des kulturellen Christentums als eine Art Läuterung zu begrüßen. Mir gefiel die Metapher des körperlichen Todes, insbesondere hinsichtlich ihrer Unkontrollierbarkeit. Da die Statistiken diese Trends belegen, können wir uns nicht darauf verlassen, dass uns technische Mittel retten werden.

Mir ist jedoch auch bewusst, dass Leiden nicht automatisch erlösend ist – wir müssen die Einladung annehmen, dem Herrn tiefer zu vertrauen. Für diejenigen, die an den dreieinigen Gott glauben, lautet die eigentliche Frage nicht ängstlich: „Wird die Kirche scheitern?“, sondern hoffnungsvoll: „Wie werden wir dadurch Christus ähnlicher?“

Alan Kreiders The Patient Ferment of the Early Church vertritt die These, dass wir nicht dazu berufen sind, „die Welt zu verändern“, sondern zunächst selbst in die Gesinnung Christi „verwandelt“ zu werden.

Eine weitere Frage lautet: „Wie werden wir für unsere Nächsten zur Kirche?“ Wie Amar Peterman in Becoming Neighbors fragt: „Was werden wir füreinander sein, wenn die Welt [noch] nicht untergeht?“ In der Tat bedeutet „Geselligkeit“, einen Weg zu finden, trotz aller Unterschiede zusammenzuleben.

Pete Ford, Grand Rapids, USA

Zu Galen Watts’ „Moderne Götter”: Der Autor schreibt: „Es gibt Gerüchte über eine christliche Erweckung, darüber, dass junge Menschen wieder in Scharen in die Kirchen strömen. Was sollen wir von diesen Behauptungen halten?“ Ich möchte jeden dazu ermutigen, hinauszugehen und die Antwort zu suchen! Meine eigene Erfahrung hat mich ziemlich überrascht.

Anfang 2024 begannen ein Freund und ich, uns etwa alle zwei Wochen zu treffen – unsere Kinder kamen mit –, um Menschen in unserer Nachbarschaft spontan Gastfreundschaft zu erweisen und vielleicht Gelegenheiten zu finden, die frohe Botschaft weiterzugeben oder andere Gläubige zu ermutigen. Wir suchten uns eine Ecke auf einem belebten Platz oder in einem Park, wo wir uns mit einem kleinen Tisch (der von meinem Freund wunderschön dekoriert war), kostenloser Literatur und einem Schild mit der Aufschrift „Gratis heiße Schokolade, gratis Gebet“ niederließen. “ (Als es wärmer wurde, wechselten wir zu Limonade.)

Als wir zum ersten Mal mit einem Teenager sprachen, war ich überrascht, wie offen er sich zeigte. Es entstanden schöne Gespräche, und wir hatten die Gelegenheit, die Bürden anderer Gläubiger im Gebet mitzutragen. Jeder unserer Ausflüge brachte uns mit ein oder zwei neuen Gläubigen in Kontakt! Der stellvertretende Pastor unserer kleinen Gemeinde begann, sich zu engagieren, und wurde bald an die örtliche Oberschule eingeladen, um Gläubige zu unterweisen. In unserer Gemeinde hat sich eine Jugend-Jüngerschaftsgruppe gebildet, die sich prächtig entwickelt. Und jede Woche freut sich unsere Gebetskette über neue Familienmitglieder in Christus – zunächst waren es nur wenige, doch innerhalb weniger Monate waren es bereits über hundert! Lob sei Gott!

Megan, California, USA

[.smalltext]Wir freuen uns über Zuschriften an lesermeinung@plough.com.[.smalltext]