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Ich beginne mit dem Haar eines kleinen Mädchens

von G. K. Chesterton

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Ich beginne mit dem Haar eines kleinen Mädchens. Das, weiß ich, ist jedenfalls eine gute Sache. Was auch immer sonst böse ist, der Stolz einer guten Mutter auf die Schönheit ihrer Tochter ist gut. Es ist eine dieser unerbittlichen Zärtlichkeiten, die Prüfstein aller Zeiten und Kulturen sind. Wenn andere Dinge dagegen sind, müssen andere Dinge untergehen. Wenn Vermieter und Gesetze und Wissenschaften dagegen sind, müssen Vermieter und Gesetze und Wissenschaften untergehen. Mit den roten Haaren eines Waisenmädchens aus der Gosse werde ich die gesamte moderne Zivilisation in Brand setzen. Weil ein Mädchen langes Haar haben sollte, sollte sie sauberes Haar haben; weil sie sauberes Haar haben sollte, sollte sie kein unsauberes Haus haben: weil sie kein unsauberes Haus haben sollte, sollte sie eine freie und entspannte Mutter haben; weil sie eine freie Mutter haben sollte, sollte sie keinen wuchernden Vermieter haben; weil es keinen wuchernden Vermieter geben sollte, sollte es eine Umverteilung des Eigentums geben; weil es eine Umverteilung des Eigentums geben sollte, soll es eine Revolution geben. Die kleine Waise mit den rot-goldenen Haaren, die ich gerade beim Vorbeigehen an meinem Haus beobachtet habe, soll nicht gestutzt und gelähmt und verändert werden; ihr Haar soll nicht wie das eines Sträflings geschoren werden; nein, alle Reiche der Erde sollen in Stücke geschlagen und verwüstet werden, um ihr gerecht zu werden. Sie ist das menschliche und heilige Bild; überall um sie herum soll das soziale Gefüge schwanken und zersplittern und fallen; die Säulen der Gesellschaft sollen erschüttert werden, und die Dächer der Menschen einstürzen, und kein einziges Haar auf ihrem Kopf soll gekrümmt werden.

Bianca Berends, Postcard Redhead Girl in Green, Ausschnitt

Bianca Berends, Postcard Redhead Girl in Green, Ausschnitt Bild von Bianca Berends. Mit Genehmigung verwendet.
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Quelle: What’s Wrong with the World (London: Cassel, 1910).

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