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    „Schönheit spiegelt unser Verständnis vom Menschen“

    Hollywood-Schauspieler David Henrie entdeckt die schöne Kunst.

    von David Henrie

    Dienstag, 24. März 2026
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    Jahrhundertealte Basiliken, Barock, Gotik, Romanik; Gemälde von Giotto, Michelangelo, Leonardo; und inmitten römischer, mailändischer und venezianischer Museen ein Disney-Star, der staunend Deckenfresken betrachtet, mit Touristen singt und tanzt und mit Kunsthistorikern Espressi trinkt. Plough Magazin traf David Henrie zum Interview im Vatikan, wo er seine neue TV-Serie Seeking Beauty (Auf der Suche nach Schönheit) präsentierte und sprach mit ihm über die Rolle des Schönen in einer schnelllebigen Zeit.

    Plough: Seeking Beauty ist ein neues TV‑Format, das sowohl fürs Fernsehen als auch für digitale Kanäle produziert wird. Was wolltet ihr mit dieser Sendung erreichen?

    David Henrie: Wir wollten eine unterhaltsame Reisesendung schaffen, die den Intellekt des Zusehers anspricht und dazu einlädt, sich mit der Frage zu beschäftigen, was Schönheit ist – und sich damit konkret zu konfrontieren. Wir drehen das übliche Format komplett um: Warum Kunst schön ist, wird nicht von einem Theologieprofessor erklärt, sondern der Zuseher selbst entdeckt diese Orte. Ich verkörpere den durchschnittlichen Zuschauer, stelle die Fragen, die du an meiner Stelle fragen würdest – und lerne dabei selbst. Es ist also nicht ganz das, was man erwartet. Die Sendung wird überraschen, sie wird berühren und neugierig machen: Was ist Schönheit – und wie kann ich sie in meinem Leben erfahren?

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    Alle Abbildungen: Copyright 2026 EWTN Global Catholic Network, Verwendet mit Genehmigung.

    Wie hat das Filmen dieser Sendung dein eigenes Verständnis von Schönheit verändert?

    Mir ist klar geworden, wie wichtig sie ist. Wenn man in Amerika aufwächst, denkt man schnell, Schönheit sei etwas Überflüssiges – ein Kostenpunkt, den man streichen kann. Aber auf der Reise durch Europa merkt man: Nein, sie ist notwendig. Schönheit spiegelt unser Verständnis vom Menschen wider. Der Mensch ist etwas unglaublich Schönes. Gott hat in unserem Leben nicht an der Schönheit gespart – er hat sie in seine gesamte Schöpfung hineingelegt. Je mehr man Schönheit ins eigene Leben lässt, desto besser lernt man den Künstler kennen, der Gott ist. Und desto mehr beginnt man, seine eigene Seele auf Schönheit auszurichten. Für mich hat Schönheit dadurch eine Relevanz bekommen, die sie vorher nicht hatte.

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    Als Schauspieler lebst du in einer Welt, in der äußere Schönheit ständig thematisiert wird. Wie gehst du mit diesen zwei Aspekten um – innerer Schönheit und der auf äußere Erscheinung reduzierten?

    Nun, das eine ist Eitelkeit, das andere ist echte Schönheit. Und beides wird leicht verwechselt. Die Sendung hilft dabei, Schönheit an ihrem richtigen Platz einzuordnen und ihr Verhältnis zu uns zu verstehen. Man sagt oft: „Schönheit liegt im Auge des Betrachters.“ Aber stimmt das? Wenn das wahr wäre, hieße es, dass man zu seiner Frau eigentlich sagt: Ich finde dich schön – niemand sonst, nur ich. Man würde nicht sagen: Du bist schön. Also: Was ist Schönheit? Objektiv oder subjektiv? Die Sendung erkundet diese Frage – implizit. Und ich bin sehr gespannt, was die Zuschauer dazu denken.

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    Welchen Ausgangspunkt empfiehlst du Menschen, die Schönheit suchen wollen?

    Eine großartige Frage. Ich würde sagen: Zuerst neugierig sein. Jede mögliche Form der Schönheit erkunden. Dann beginnen sich Meinungen zu formen – und die sollte man weiterverfolgen und auch hinterfragen. Wenn man ohne jedes Vorwissen aufwächst, ohne Glauben, ohne Gespräche über Schönheit – dann einfach loslegen: recherchieren, googeln, moderne Kunst, traditionelle Kunst, alles dazwischen. Man wird anfangen, Dinge zu empfinden und zu denken. Dranbleiben. Orte besuchen. Schauen, was sie mit einem machen. Vor moderner Kunst sitzen – was erzählt sie dir? Vor traditioneller Kunst sitzen – was erzählt sie dir? Man lernt unglaublich viel über sich selbst. Und man bringt Schönheit irgendwann ganz natürlich auch ins eigene Zuhause.

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    In vielen der Orte, die ihr besucht habt, in den Kunstwerken, die ihr seht, gibt es einen religiösen Bezug. Wäre es dieselbe Sendung geworden – ohne diesen Glaubensaspekt?

    In gewisser Hinsicht ja, in anderer Hinsicht nein. Ja – weil ich zunächst die offensichtlichen Fragen stelle. Wenn man eine prächtige Kathedrale betrachtet, kann man den Glauben nicht davon trennen. Sie wurde von gläubigen Menschen für einen klaren Glaubenszweck gebaut. Jede Frage – selbst die eines Atheisten – führt letztlich dorthin zurück. Ein atheistischer Moderator würde vieles genauso abdecken.

    Der Unterschied ist: Ich bin ein gläubiger Mensch. Ich stelle die Fragen, die jeder stellen würde – aber mein Kommentar, meine Reflexionen sind geprägt von meinem eigenen Glauben. Insofern sähe die Sendung ähnlich aus, aber eine wichtige Ebene, die ihr Tiefe gibt, würde fehlen.

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    Ihr habt im Vatikan und in italienischen Städten gedreht, die stark von der Kirche als Kunstmäzen profitiert haben. Wie sieht es heute aus? Spürt man als christlicher Künstler diese Rolle der Kirche noch?

    Wenn es sie gibt, ist sie mir nicht begegnet. Ich glaube, wir haben unser Gespür für die Bedeutung der Schönheit verloren. Wir haben aufgehört, großartige Werke zu schaffen, die Kultur prägen können. In den letzten 60, 70 Jahren – ich weiß nicht, was passiert ist – aber in den 60ern, 70ern, 80ern gab es eine starke Hinwendung zur Moderne, und dadurch ist die Kirche vielerorts hässlicher geworden. Ich meine damit nicht die Sakramente – die bleiben, was sie sind. Aber unsere Ausdrucksformen, besonders in der Liturgie und in der Kunst, haben an Wirkung verloren.

    Was produzieren wir heute? Vieles davon ist nicht schön. Und wir haben die großen Mäzene verloren, die einst gaben, weil sie ein „Return on Investment“ im Himmel erwarteten. Früher spendeten Menschen großzügig, weil ihre Enkel eines Tages diese Werke sehen würden. Das ist weitgehend verschwunden – und meine Generation spürt das schmerzlich. Wir wollen es zurückgewinnen. Ich glaube, es beginnt bei der Liturgie: Wir müssen Ehrfurcht und Schönheit zurückbringen. Das ganze Experiment, Altäre abzubauen, Kirchen leerzuräumen, sie weltlicher aussehen zu lassen – das war ein offensichtlicher Fehlschlag. Wir müssen ehrlich sagen: Raumschiff‑Kirchen haben uns nicht weitergebracht.

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    Gibt es einen Ort auf dieser Reise, an den du unbedingt zurückkehren möchtest – einen, den du unbedingt vor deinem Tod noch einmal sehen willst?

    Wir haben gerade die zweite Staffel in Spanien abgeschlossen. Und wenn ich daran denke, dann war Sevilla für mich eine große Überraschung und eine tiefe Freude. Eine wunderbare Erfahrung – dort möchte ich unbedingt wieder hin, bevor ich sterbe.

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    Gab es etwas Besonderes in Sevilla?

    Oh ja – die Kathedrale. Atemberaubend. Die höchste und größte gotische Kathedrale der Welt. Und ich liebe die Mentalität derer, die sie gebaut haben. Das ist es, was wir heute verloren haben: Die Erbauer sagten damals, Lasst uns etwas so Großes, so Gewaltiges schaffen, dass jeder, der es betritt, denkt, wir seien verrückt. So hat man früher gebaut.


    Das Interview wurde von Andreas Thonhauser am 15. Dezember 2025 geführt und aus Gründen der Länge und Verständlichkeit redaktionell bearbeitet.

    Von David Clayton Henrie David Henrie

    David Clayton Henrie ist ein US‑amerikanischer Schauspieler, Drehbuchautor und Regisseur.

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