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Christoph Friedrich Blumhardt

Christoph Friedrich Blumhardt
  • Ein Pfarrer, der Religion nicht ausstehen konnte
  • Ein Evangelist, der Bekehrungen ablehnte
  • Ein Politiker, der das Vertrauen in die Politik verlor
  • Plough ist die Hauptquelle für die Schriften C.F. Blumhardts in englischer Sprache.
Christoph Friedrich Blumhardt (1842-1919) wurde in Möttlingen geboren, als sein Vater, Johann Christoph Blumhardt, in die Aufsehen erregenden Ereignisse um Gottliebin Dittus verwickelt war. Der „Sohn Blumhardt“ wuchs auf in einer Atmosphäre der Wirklichkeit der Gegenwart Gottes, wo der Glaube gelebt wurde und Wunder geschahen. Ebenso wie es sein Vater gemacht hatte, studierte auch er Theologie in Tübingen, um Pfarrer zu werden. Enttäuscht von der Theologie entschloss er sich jedoch 1869, nach Bad Boll zurückzukehren, um die seelsorgerische Arbeit seines Vaters zu unterstützen. Als der Vater 1880 starb, führte Christoph Friedrich das Werk seines Vaters fort.  Biografie lesen

Wie sein Vater wurde auch der Sohn bald als Evangelist und Glaubensheiler bekannt. Aber nach einem erfolgreichen „Kreuzzug“ in Berlin 1880 verringerte er beide Aktivitäten drastisch und sagte, er wolle nicht andeuten, es sei von geringer Bedeutung für Gott, die Kranken zu heilen, es geschehe im Gegenteil immer mehr, allerdings in aller Stille. Dennoch sollten diese Dinge nicht herausposaunt werden, als ob Gottes Reich darin bestehe, Kranke zu heilen. Es sei wichtiger, rein zu werden als gesund. Es sei wichtiger, Gottes Anliegen im Herzen zu haben.

Blumhardts Interesse wandte sich mehr und mehr der „Welt“ zu und er beschäftigte sich mit den großen sozioökonomischen Fragestellungen seiner Zeit. Er entschloss sich, mit der Sozialdemokratischen Bewegung zusammenzuarbeiten, die damals in christlichen Kreisen einen sehr schlechten Ruf hatte. Obwohl es ihm den Unmut sowohl der staatlichen als auch der kirchlichen Behörden einbrachte, sprach er auf Protestkundgebungen und kandidierte für einen Sitz im württembergischen Landtag, wo er sechs Jahre lang Abgeordneter war. Anfangs war Blumhardt mit großem Engagement Politiker, wurde aber bald von der parteipolitischen Realität enttäuscht und weigerte sich, für eine zweite Legislaturperiode zu kandidieren. Er zog wieder nach Bad Boll, wo er bis zu seinem Tod im Jahr 1919 blieb.

Blumhardt glaubte, dass das „Christentum“ eine der größten Gefahren für den Fortschritt der Menschheit sei: Eine Sonntagsreligion, die die leibliche von der geistlichen Existenz trennt, egoistische, auf die eigene Zufriedenheit ausgerichtete Rituale und Praktiken und eine jenseitsbezogene Frömmelei entwickelt, anstatt ein aufrichtiges Leben und praktische Nächstenliebe anzustreben. Sein Zeugnis übte eine große Wirkung auf bedeutende Theologen wie Dietrich Bonhoeffer, Emil Brunner, Oscar Cullman und Karl Barth aus, in der englischsprachigen Welt ist es allerdings noch nicht wirklich entdeckt worden. Um dies zu ändern hat Plough einige Bände mit C.F. Blumhardts Schriften in englischer Sprache herausgegeben, darunter Everyone Belongs to God, Action in Waiting und Evening Prayers.

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