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Öl ins Feuer

von Johann Heinrich Arnold

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In dem Gleichnis von den zehn Jungfrauen spricht Jesus nicht von der Welt, sondern von den Christen. (Mt 25,1 13) Alle, die dem Bräutigam entgegen gingen, waren Jungfrauen – mit anderen Worten, sie waren alle Christen – aber fünf waren weise und fünf waren töricht. Sie alle hatten die äußere Form, die Lampenschale, aber nicht alle hatten Öl. Das Öl, von dem Jesus spricht, ist der Heilige Geist, das Leben, das von Gott kommt, aber nur fünf der Jungfrauen hatten Öl. An den Seligpreisungen sehen wir die Merkmale derer, die den Heiligen Geist haben. Sie sind arm im Geist, sie trauern, sie sind sanftmütig, sie hungern und dürsten nach Gerechtigkeit, sie sind barmherzig und reinen Herzens, sie sind Friedensstifter, und sie werden verfolgt um der Gerechtigkeit willen. Die ganze Bergpredigt zeigt uns, wie wir leben sollen: Wir sollen niemals zum Gebet kommen, ohne unserem Bruder vergeben zu haben; wir sollen unsere Feinde lieben und die segnen, die uns fluchen; wir sollen weder Geld noch Schätze auf Erden sammeln; wir sollen unser volles Vertrauen auf den Vater setzen; wir sollen keine Gewalt anwenden. (Mt 5–7)

Dass die törichten Jungfrauen nicht in das Himmelreich hinein dürfen, ist ein scharfes Gericht und ein zweifacher Aufruf an uns. Einmal, zu wachen und zu warten, dass der Heilige Geist unser ganzes Sein ändert, damit wir, wiedergeboren, täglich und stündlich von Jesus berührt werden; zum andern, für diejenigen da zu sein, die mit uns auf dem Weg sind, dem Bräutigam zu begegnen, und sie zu erinnern, Öl in ihren Lampen zu haben. Die äußere Form genügt nicht; es ist nicht damit getan, in Gemeinschaft zu leben oder die äußeren Anforderungen des Christentums bis in alle Einzelheiten zu erfüllen. Die Nachfolge muss aus einem lebendigen Herzen entspringen.

Wir wissen, dass vieles von unserem Willen abhängt, und doch können wir die Wiedergeburt durch den Heiligen Geist, wie die Menschen sie zu Pfingsten erleben durften, nicht durch unsere eigene Anstrengung erreichen. Wir müssen unsere Sinne und Herzen Gott übergeben und ihn bitten: „Verwandle sie!“

Unsere Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft muss von Gott verwandelt werden, damit wir von den Todesschmerzen Christi und von seiner Auferstehung ergriffen werden. Wir sind zu sehr mit uns selbst beschäftigt, unsere Herzen sind von Eigenliebe, Neid und so vielem anderen erfüllt, so dass wir nicht mehr so einfach reagieren können wie die Menschen zu Pfingsten. Damals kam der Heilige Geist und durchbohrte die Herzen wie ein Schwert, das durch Mark und Bein schneidet. (Heb 4,12)

Heute wollen wir flehen: Sende deinen heiligen Geist, damit er uns durchbohre! Sei uns gnädig! Verändere uns bis in die Tiefen unseres Seins.


Auszug aus dem Buch Leben in der Nachfolge.

Image: Australia Cairns Flame, Licensed under CC BY-SA 1.0 via Wikimedia Commons

Australian cairns flame.
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