Morning over the bay

Katastrophen und Tragödien – Was folgt daraus?

von Charles E Moore

Verfügbare Sprachen: English

0 Kommentare
0 Kommentare
0 Kommentare
    Abschicken

Ein befreundeter Pastor sagte mir kürzlich, dass er viel darüber nachdenkt, was wohl die vielen weltweiten Katastrophen seit dem indonesischen Tsunami uns zu sagen haben: Hurrikane im Golf von Mexiko, das Erdbeben in Port au Prince/Haiti, die schlimmen Erdrutsche in Indien und im Nordwesten Chinas, Überschwemmungen in Pakistan, jetzt die Millionen von Menschen bedrohende Wasserflut in Australien, tödliche Waldbrände im südlichen Kalifornien und der Ausbruch von Choleraepidemien in Zimbabwe und Haiti.

Das brachte auch mich zum Nachdenken – nicht nur über die vielen Naturkatastrophen, sondern auch über die unzähligen Tragödien, die wir Menschen selbst verursachen: Millionen von missbrauchten und verlassenen Kindern, tödliche Schießereien in Schulen, Terrorangriffe, Völkermord, Flüchtlingslager, Ölteppiche, Abtreibungen, Sittenlosigkeit sowie Krieg, politische Unterdrückung und Unruhen.

So schwierig das Leben für manchen von uns persönlich sein mag, sollten wir doch auch zurücktreten und auf das größere Bild schauen: Was geht vor in der Welt? Irgendetwas geschieht – etwas von kosmischer Bedeutung, das viel größer ist als unsere persönlichen Nöte. Sind wir uns dessen bewusst?

Bevor Jesus gekreuzigt wurde verkündete er seinen Jüngern, was die Zeichen sein würden für sein Wiederkommen und das Ende dieses Zeitalters:

„Ihr werdet von Kriegen hören, und Nachrichten über Kriege werden euch beunruhigen. Gebt acht, lasst euch nicht erschrecken! Das muss geschehen. Es ist aber noch nicht das Ende. Denn ein Volk wird sich gegen das andere erheben und ein Reich gegen das andere, und an vielen Orten wird es Hungersnöte und Erdbeben geben. Doch das alles ist erst der Anfang der Wehen.“ Matth.24, 6-8)

Wohlgemerkt: Jesus spricht hier erst vom Anfang der Geburtswehen, dem Anfang des Endes. Das Ende wird erst dann näher kommen, wenn seine Jünger verfolgt und hingerichtet werden, wenn viele vom Glauben abfallen, wenn die Bosheit zunimmt und die Liebe erkaltet. (Matth.24, 9-12).

Die meisten von uns schrecken davor zurück, einen Weltuntergang zu prophezeien. Gläubige Menschen sind – trotz der apokalyptischen Bestseller – eher zurückhaltend, den gegenwärtigen Ereignissen eschatologische Bedeutung zuzusprechen. Aber für diejenigen von uns, die dem Evangelium Glauben schenken und ihre Hoffnung auf das zweite Kommen Christi setzen, weisen die immer mehr werdenden katastrophalen und tragischen Ereignisse unserer Zeit auf etwas von wirklich geistiger Bedeutung: Gottes Königreich kommt näher!

Wenn das so ist, was müssen wir dann tun? Die Gerechten ausfindig machen und dafür sorgen, dass unser Land wieder nach Gott fragt? Uns selbst auf die Katastrophe vorbereiten? Versuchen den Zeitpunkt herauszufinden? Die Hände hochwerfen und der Welt ade sagen? Oder was?

Vor noch nicht allzu langer Zeit besuchte ich das Haus eines Freundes. Das Erdgeschoss war vollständig renoviert: Wände waren versetzt worden, ein Badezimmer vergrößert, ein neuer Eingang gestaltet. Mein Freund war schwer krank und gerade aus dem Krankenhaus zurück. Ohne sein Wissen waren während seiner Abwesenheit einige Freunde zusammengekommen und hatten das Haus umgebaut, um es für ihn bequemer zu machen. So hatten sie seine Rückkehr ganz praktisch vorbereitet. Damit zeigten sie ihm viel mehr als einen schönen Empfang – sie zeigten Liebe.

Jesus sagte seinen Jüngern, sie sollten sich bereit machen und auf sein Kommen vorbereiten. Er unterwies sie, wie ein Haushalter dafür zu sorgen, dass der Haushalt gut läuft und während der Abwesenheit des Meisters unter Kontrolle ist (Matth.24, 42-51). Mit anderen Worten: Jesus ermahnte sie so zu leben, dass Gottes Herrschaftsbereich so ist wie er sein sollte. Lebt so, dass Gottes Haus in Ordnung ist – bereit, ihn willkommen zu heißen.

In den vergangenen Jahren haben wir gesehen, dass die meisten von uns in ihrer Arbeit innehalten, sich zusammentun und versuchen zu helfen, wenn sich eine solche Katastrophe oder Tragödie ereignet. Unsere Verletzlichkeit und unser Angewiesen sein auf gegenseitige Hilfe werden uns wieder bewusst. Die Flamme der Gutherzigkeit ergreift uns und wir handeln, ohne auf persönliche Opfer Rücksicht zu nehmen. So sollte es sein. Aber genügt das? Soll unser Leben immer so stinknormal sein, bis uns ein Unglück trifft? Eine hilfreiche Hand in Zeiten der Not ist gut. Aber stellen wir uns die Frage, wie wir unser Leben ändern können, damit solche Unglücke insgesamt vermieden werden?

Jesus sagt, dass sein Königreich nur denen gegeben wird, die die erwarteten Früchte bringen (Matth.21, 43). Seine Nachfolger sind diejenigen, die für seinen Dienst gekleidet sind (Luk.12, 35) und sich mit Dingen befassen, die Bestand haben (Joh.15,14; Luk.12,33).

Mit anderen Worten: Jesus bittet seine Nachfolger, für eine andere Art von Welt zu leben – für eine Sozialordnung, die hier und jetzt zeigt, wie Gottes Ordnung in Wirklichkeit aussieht. Gottes Ordnung ist gleich einer Familie und entspricht einem Leben, das nicht auf persönlicher Zufriedenheit, persönlichem Wohlergehen, Macht und Prestige aufgebaut ist, sondern auf Selbstlosigkeit und fröhlichem Dienst füreinander.

Viele von uns zerbrechen sich den Kopf darüber, was in unserer heutigen Welt vor sich geht. Auch zu seiner Zeit weinte Jesus über das, was er sah, und er fragte: „Wenn der Menschensohn kommt, wird er auf Erden Glauben finden?“ (Luk.18.8). Wird er?

Wird Christus die einfachen Taten des Glaubens finden, die seinem Königreich entsprechen – brennende Liebe und gegenseitiges Mitleid? Oder wird er Menschen finden, die ihre Herzen verhärtet haben und sich in ihrer kleinen egoistischen Welt verstecken, wie Küken unter den Flügeln der Henne (Matth.23, 37)? Oder wird er wieder weinen, wie damals über Jerusalem, weil wir unser Leben verbarrikadiert und die Dinge übersehen haben, die den Frieden bringen sollen (Luk.19, 41-42)?

Seit dem Beginn des neuen Jahrtausends hat unsere Welt viele schreckliche Katastrophen erlebt. Erkennen wir die Zeichen der Zeit? Sehen wir unsere Welt in dem größeren Zusammenhang mit Gottes Plan, alles neu zu machen? Wenn dem so ist – leben wir auch dem entsprechend? Jesus sagt: „Selig die Knechte, die der Herr wach findet, wenn er kommt“ (Luk.12, 37). Die Frage ist: Sind wir bereit?

Flood damage in Brisbane Australia
Möchtest du einen Kommentar schreiben? Diskutiere mit! 0 Kommentare
0 Kommentare