Child running toward her mother

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Wir selbst sind ganz und gar Gottes Werk. Durch Jesus Christus hat er uns so geschaffen, dass wir nun Gutes tun können. Er hat sogar die guten Taten schon geschaffen, die wir nun auch tun sollen. Epheser 2,10 2,3-4

Vor mehr als achtzig Jahren sagte mein Großvater: „Jedes Kind ist ein Gedanke Gottes.“ Das bedeutet, dass wir unsere Kinder nicht nach unseren eigenen Ideen und Wünschen formen können und es auch nicht sollen.

Die wenigsten Eltern und Erzieher bedenken, was wohl Gott mit einem jeden bestimmten Kind vorhaben mag. Und dabei ist es doch Gott, der unsere Kinder erschaffen hat und nicht wir selbst. Er hat einen Plan für jedes Leben und unsere Kinder können nur sie selbst werden, wenn es ihnen erlaubt ist, sich nach Gottes Willen zu entwickeln.

Zu oft lassen wir uns von menschlichem Erfolgsdenken leiten und denken an eine gute, lukrative Karriere oder einen ehrbaren Beruf. Wir denken, wir erweisen unseren Kindern einen Dienst, wenn wir sie in diese Richtung lenken, und dabei riskieren wir in Wirklichkeit, ihren Seelen zu schaden und ihr inneres Wachstum zu hemmen, wenn wir uns in Gottes Plan für ein Kind mit unseren Ideen einmischen.

Kindern zu helfen ihren eigenen Lebensweg zu entdecken ist vielleicht die schwierigste und herausforderndste Aufgabe, die uns je gestellt wird. Jedes Kind ist einzigartig, und selbst die Kinder ein und derselben Familie sind erstaunlich unterschiedlich. Wenn wir uns jedoch an Jesu Rat halten und in allem zuerst nach dem Reich Gottes fragen und vertrauen, dass alles andere uns hinzugegeben wird, dann werden wir nicht enttäuscht.

Meine Eltern haben mich und meine Schwestern nie in irgend eine bestimmte Richtung oder in ein Interessengebiet gezwungen. Ihnen ging es vielmehr darum in uns ein soziales Bewusstsein zu wecken und ein Gefühl für die Not der Menschen in aller Welt. Sie waren bemüht in uns die Liebe zu allen Menschen hineinzulegen – ein Mitgefühl das alle Menschen einschließt und sich nicht mit der Errettung einiger Auserwählter  zufrieden gibt.

Wir wuchsen während dem 2.Weltkrieg auf und das Leid in Europa war ständig in unseren Herzen und Gedanken. Obwohl wir damals gar keine Möglichkeit zu einer höheren Schulausbildung hatten, haben unsere Eltern doch darauf bestanden, dass wir lernten körperlich und geistig hart zu arbeiten. Sie wussten, dass eine solche Grundlage uns am besten dient, was immer wir später tun würden.

Meine eigenen Zukunftspläne änderten sich damals ständig. Erst wollte ich wie mein Vater Landwirt werden, bis ich seinen Freund, einen Rechtsanwalt kennenlernte und damit auch meinen Berufswunsch wieder änderte. Später wollte ich Bäcker werden oder sogar Cowboy. Letztendlich  zog meine Familie in die USA um, und ich machte eine kaufmännische Ausbildung. Aber selbst in diesem Berufsfeld arbeitete ich nur für 10 Jahre und wurde dann Pastor.

Natürlich wollen alle Eltern, dass ihre Kinder glänzen. Sie wollen auf  eine erfolgreiche Erziehung stolz sein. Aber wir täuschen uns, wenn wir Menschen nach ihrer Ausbildung, ihrem Gehalt oder ihrer Position beurteilen. Um all das geht es Gott überhaupt nicht. Stattdessen hält er Ausschau nach Herzen, die ihm nahe sein wollen und die danach verlangen, mit ihrem Leben die Not und das Leiden der Menschen um sie herum zu lindern.

Kinder auf diese Weise großzuziehen, verlangt unser ständiges Gebet und unsere ständige Aufmerksamkeit. Wie ist die Beziehung unserer Kinder zu anderen? Sind sie kontaktfreudig und aufgeschlossen? Können sie mit anderen mit-weinen? Können sie sich mit anderen mit-freuen?

Anstatt unsere Kinder in eine schnelle akademische Laufbahn zu drängen, sollten wir ihnen lieber das Gebet des Franz von Assisi beibringen, an dessen Taten man sich noch 800 Jahre nach seinem Tod erinnert. Dies ist das Gebet, das uns und unsere Kinder retten wird:

Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens,
dass ich Liebe übe, wo man hasst;
dass ich verzeihe, wo man beleidigt;
dass ich verbinde, wo Streit ist;
dass ich die Wahrheit sage, wo der Irrtum herrscht;
dass ich den Glauben bringe, wo der Zweifel drückt;
dass ich die Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält;
dass ich Licht entzünde, wo die Finsternis regiert;
dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.

Herr, lass mich trachten:
nicht, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste;
nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe;
nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.
Denn wer da hingibt, der empfängt;
wer sich selbst vergisst, der findet;
wer verzeiht, dem wird verziehen,
und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben. Amen.

child holding paper dolls of a family
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Von Johann Christoph Arnold Johann Christoph Arnold

ist als Redner und Schriftsteller international bekannt. Seinen reichen Erfahrungsschatz als Seelsorger in Ehe- und Erziehungsfragen sowie im Umgang mit Leiden und Sterben hat er in Büchern zugänglich gemacht, die in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt wurden. Er trägt Verantwortung in der Leitung des Bruderhofs, einer internationalen, christlichen Gemeinschaftsbewegung.

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