Child running toward her mother

Geburt

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Wenn eine Frau ein Kind zur Welt bringt, leidet sie Schmerzen; aber wenn das Kind geboren ist, vergisst sie die Schmerzen und ist nur noch glücklich, dass ein Mensch zur Welt gekommen ist. – Johannes 16,21

Wenn immer ein Kind geboren wird, bricht die Ewigkeit in unsere Zeit und Welt herein. Wir freuen uns über die Ankunft eines neuen Menschen, und wir wissen, dass wir mit dieser unschuldigen Seele etwas direkt aus der Hand des Schöpfers empfangen haben. Ein Leben von unbekannter Dauer in welchem - wie der Dichter Philip Britts schreibt - „ eine neue Note erklingen und eine neue Farbe ans Licht kommen wird“.

Unabhängig von den manchmal schwierigen Umständen einer Geburt, erinnert uns der vertrauensvolle Blick des kleinen Kindes an Gottes Liebe und Zärtlichkeit. Es ist als sei das Kind von der reinen Atmosphäre des Himmels umgeben. Uns bleibt nur das Staunen über das Wunder einer Geburt und darüber, dass ein einzigartiges und besonderes neues Leben von Gott geschenkt wurde.

Unsere aufgeklärte Art und Weise alles zu betrachten und zu analysieren kann schnell das Gespür für das Wunder zerstören. So sehen viele Menschen eine Geburt nur als einen biologischen Prozess und das Neugeborene ist für sie lediglich das Produkt der Empfängnis. Wenn wir jedoch miterleben, wie ein kinderloses Ehepaar – das seinen unerfüllten Wunsch nach Kindern ganz in Gottes Hand gelegt hat – dann von einer unerwarteten Schwangerschaft überrascht wird , dann werden wir daran erinnert, welche Rolle Gott bei dem Geheimnis des Lebens spielt.

Dorothy Day, die bekannte US-Frauenrechtlerin, Journalistin und Gründerin der Catholic-Worker-Bewegung, schrieb „selbst der Hartherzigste, der Ehrfurchtsloseste, wird von der ehrfurchtgebietenden Tatsache der Schöpfung überwältigt. Ganz egal wie zynisch und beiläufig die Geburt eines Kindes in der Welt behandelt wird, sie bleibt ein spirituell und körperlich grandioses Ereignis.“

In dieser ehrfürchtigen und respektvollen Haltung sollten bleiben, wenn wir unsere Kinder großziehen. Letztendlich sind unsere Kinder nicht unser Besitz, sie sind Gaben, die uns von Gott anvertraut  sind. Wenn wir an dieser Wahrheit festhalten, wollen wir sie auch an Gottes statt großziehen.

Ich hatte schon viele Babys gesehen bevor ich heiratete, aber es war etwas ganz anderes, als ich mein eigenes erstes Kind erlebte. Nichts hätte mich auf diesen Moment vorbereiten können, als mir schlagartig bewusst wurde, dass dies unser Baby war und dass niemand anderem gehörte. Von nun an lag die Verantwortung ein Kind großzuziehen auf unseren Schultern.

Nach der Geburt sollte die Mutter besondere Glückwünsche erhalten. Es ist einfach eine Tatsache, dass sie all die schwere Arbeit geleistet hat. Sie hat das Kind viele Monate lang getragen und den Schmerz und die Angst der Geburt durchlitten. Zu oft verpassen wir Väter es, dies entsprechend zu würdigen.

Bei jeder Geburt ist das Leben einer Mutter in Gefahr. Zur Zeit meiner Eltern wurde im Volksmund gesagt, dass jede Frau, die ein Kind gebiert, mit einem Bein im Grab steht. Das gilt auch heute noch, trotz aller modernen medizinischen Möglichkeiten, die eine Geburt viel sicherer machen.

Deswegen sollte ein besonderes Dankgebet gesprochen werden, wenn eine Geburt gut gegangen ist. Nachdem unser erstes Kind geboren war, haben meine Frau und ich eine Kerze angezündet und gemeinsam Gott für die Bewahrung gedankt. Das taten wir gleich im Krankenhaus in Anwesenheit aller Krankenschwestern und Ärzte, die uns geholfen hatten.

child holding paper dolls of a family
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Von Johann Christoph Arnold Johann Christoph Arnold

ist als Redner und Schriftsteller international bekannt. Seinen reichen Erfahrungsschatz als Seelsorger in Ehe- und Erziehungsfragen sowie im Umgang mit Leiden und Sterben hat er in Büchern zugänglich gemacht, die in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt wurden. Er trägt Verantwortung in der Leitung des Bruderhofs, einer internationalen, christlichen Gemeinschaftsbewegung.

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