Morning over the bay

Zurück zu den Grundlagen

Aufruf zur Umkehr

von Johann Christoph Arnold

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Nach dem bahnbrechenden Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA hat auch der Bundesstaat Kalifornien die Homo-Ehe wieder eingeführt. Die Medien in aller Welt beobachten was vor sich geht und feiern diese Gesetzesänderung als einen Sieg für gleichgeschlechtliche Paare.

Für die unter uns, die immer noch ein traditionelles Eheverständnis haben – und das ist immerhin ein Großteil der Weltbevölkerung – ändert dieses Gerichtsurteil überhaupt nichts. Es ist jetzt an der Zeit einen gewissen Abstand vom politischen und emotionalen Hype zu nehmen, der dieses Thema umgibt. Als Menschen mit einem Glauben und Bürger christlicher Nationen, müssen wir uns einfach wieder auf die Grundlagen der Ehe besinnen.

Es hat seinen Grund warum wir auf dieser Erde leben. 

In der jüdisch-christlichen Tradition – die immerhin die Basis unserer Zivilisation und Gesetzgebung ist – ist die Ehe alles andere als ein untergeordnetes Thema.

Gott sprach: „Lasset uns Menschen machen nach unserem Bilde, uns ähnlich; die sollen herrschen über die Fische im Meer und die Vögel des Himmels, über das Vieh und alles Wild des Feldes und über alles Kriechende, das auf der Erde sich regt.” Und Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde, nach dem Bilde Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie. Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: “Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan“ (1. Mose 1, 26–28).

Im einleitenden Kapitel der Schöpfungsgeschichte lesen wir, dass Gott die Menschen – Mann und Frau – nach seinem Bilde schuf, dass er sie segnete und ihnen gebot, sich zu vermehren und die Erde als Treuhänder zu verwalten. Gleich zu Beginn zeigt sich Gott als der Schöpfer, der „alles ansah, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut”.

Angesichts derer, die die Schöpfungsgeschichte als Mythos abtun, müssen wir nach ihrer tieferen Bedeutung suchen. Wir müssen die Tatsache neu schätzen lernen, dass Mann und Frau nach dem Bild Gottes geformt wurden. Das unterscheidet uns vom Rest der Schöpfung und heiligt jedes menschliche Leben.

Wir wissen das, denn in jedem von uns wehrt sich etwas gegen die Vorstellung, dass wir von einem sinnlosen Universum ausgebrütet wurden. Aus der Tiefe des menschlichen Geistes kommt das Verlangen  nach allem das ewig und unvergänglich ist.

Träger der Ewigkeit

Was bedeutet es „nach dem Bilde Gottes“ geschaffen zu sein? Es heißt, dass wir ein lebendiges Abbild davon sind, wer Gott ist. Es heißt, dass wir zu ihm gehören und für sein Werk der Schöpfung und des Lebens sorgen sollen.

Weil wir nach dem Bilde Gottes geschaffen sind, werden wir am Ende unseres Lebens auch nicht einfach wie ein Rauch verschwinden. Gott hat die Ewigkeit in unseren Herzen verankert und tief in uns allen ruht die Sehnsucht nach Gott. Wenn wir das verneinen und nur für die Gegenwart leben, wird uns alles, was uns geschieht, zutiefst verwirren.

Dies gilt vor allem für den Lebensbereich der Sexualität. Unverbindliche sexuelle Beziehungen entheiligen das Verlangen der Seele nach allem was Ewigkeitswert hat. Unser Gewissen schmerzt, wenn wir unsere Seele verwunden. In den mehr als 40 Jahren Seelsorgeerfahrung in der Beratung von Ehepaaren und Singles habe ich es einfach erlebt, dass jeder Mensch ein Gewissen hat, das ihn klar führt je mehr er lernt darauf zu achten.

Die Ehe neu entdecken

Im zweiten Kapitel der Schöpfungsgeschichte, bleibt die Ehe im Zentrum der Geschichte.  Als Gott Adam erschuf, sah er, dass es nicht gut ist alleine zu sein. So schuf er die Frau als Hilfe und Partner für den Mann. Das ist ein Mysterium:  Mann und Frau – maskulin und feminin – gehören zusammen, um gemeinsam zu zeigen, wer Gott ist, beides wird in Gott gefunden.

Es ist so tragisch wie in der heutigen Gesellschaft die Unterschiede zwischen Mann und Frau verwischt und entstellt werden. Das Ebenbild Gottes wird zerstört. Es gibt endlose Diskussionen über die Gleichberechtigung der Frauen, zur gleichen Zeit werden Frauen mehr denn je missbraucht und ausgebeutet. Überall wird die ideale Frau (und zunehmend auch der ideale Mann) als reines Sexobjekt dargestellt.

Ehen werden nicht mehr als heilig angesehen. Sie sind vielmehr ein Versuch zwischen zwei Menschen, die alles an dem Maß ihrer eigenen emotionalen und sexuellen Erfüllung messen. Wenn Ehen auseinandergehen, gibt es die Möglichkeit der Scheidung auf gemeinsames Begehren, der s.g. einvernehmlichen Scheidung, und danach den erneuten Versuch einer Ehe mit einem neuen Partner. Viele bemühen sich gar nicht mehr um ein Treueversprechen, sondern leben einfach unverbindlich zusammen. Diese selbstverliebte Kultur, ohne moralische Verankerung, hat den Weg zur gleichgeschlechtlichen Ehe geebnet – etwas das noch vor ein paar Jahrzehnten niemand vorstellen konnte.

Kirchen und religiöse Gemeinschaften haben in der Auseinandersetzung mit dieser Situation furchtbar versagt. Wir müssen uns selbst fragen, „Warum hat Gott überhaupt Mann und Frau geschaffen?“ Gott hat für jeden Mann, jede Frau und jedes Kind auf dieser Erde eine Aufgabe, die es zu erfüllen gilt. Niemand kann den Sinn der Schöpfung und des eigenen Lebens außer Acht lassen ohne dabei tiefen inneren Schaden zu nehmen.

Wie geht es nun weiter?

Grundsätzlich  sehnt sich jeder von uns nach Ganzheitlichkeit und Güte. Für uns alle, auch für alle unter uns, die sich gleichgeschlechtlich angezogen fühlen, gibt es ein erfülltes und wahrhaft glückliches Leben, weil Gott uns geschaffen hat und einen Plan für jedes Leben hat. Er ist der Schöpfer des Lebens, der Liebe und der Gnade. Im Johannesevangelium können wir lesen, dass Gott seinen Sohn nicht geschickt hat um die Erde zu verdammen, sondern um sie zu retten.

Jesus ist das vollkommene Ebenbild Gottes, und er bringt uns Leben, Freude und Erfüllung.  Nur wenn unser Leben in ihm verankert ist und in ihm gelebt wird, können wir diese Wahrheit und Güte erleben und nur in ihm finden wir unsere wahre Bestimmung: in seinem Geist zu leben, der schöpferisch ist und ein Leben spendender Geist der Liebe ist.

Dieser Artikel wurde u.a. auch aus dem Buch Sex, Gott & Ehe von Johann Christoph Arnold zusammengestellt. Es ist als gratis Ebook erhältlich.

a man and woman
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Von Johann Christoph Arnold Johann Christoph Arnold

ist als Redner und Schriftsteller international bekannt. Seinen reichen Erfahrungsschatz als Seelsorger in Ehe- und Erziehungsfragen sowie im Umgang mit Leiden und Sterben hat er in Büchern zugänglich gemacht, die in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt wurden. Er trägt Verantwortung in der Leitung des Bruderhofs, einer internationalen, christlichen Gemeinschaftsbewegung.

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