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Friede und Gerechtigkeit

von Arnold, Kierkegaard, Hilty u. a.

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Wir wissen, dass das Niederlegen der militärischen Waffen noch keinen wirklichen Frieden für die Welt bedeuten könnte; wir wissen, dass damit die Feindschaft unter den Menschen, die Feindschaft auf der Erde nicht überwunden und abgetan ist. Friede bedeutet doch nur dies eine: dass alle Feindschaft überwunden ist, dass alle Feindschaft eingestellt ist, dass alle Klüfte überbrückt, alle Hemmnisse beseitigt und alle Schranken gebrochen sind. Wo gibt es eine Überwindung dieser Feindschaft? Wo gibt es eine Überwindung des Konkurrenzkampfes und Geschäftsneides, wo eine Überwindung allen Hasses und Neides? Wir bezeugen es: Eine solche Überwindung gibt es nur in Christus.
Eberhard Arnold im St. Michaelsbote‘, 1917.

Mit der Liebe zu Gott und der Liebe zu den Menschen verhält es sich wie mit zwei Türen, die sich nur gleichzeitig öffnen und schließen lassen.
Søren Kierkegaard (1813 - 1855), dänischer Philosoph, Theologe und Schriftsteller

Es ist die schwere Schuld derer, die sich Christen genannt haben, dass sie das Christentum auf die subjektive Frage der eigenen Erlösung des einzelnen Menschen beschränkt haben. Das ist das grandiose Missverständnis des historischen Jesus.
Eberhard Arnold in ‚Die Berufung‘, 1921.

Wenn wir von Frieden sprechen, so meinen wir mehr damit, als man gemeinhin unter dem Seelenfrieden und unter der inneren Zufriedenheit und Befriedigung des einzelnen versteht. Gewiss glauben wir, dass die Gemeinschaft mit Christus den Menschen auch mit sich selbst und in sich selbst in Einheit bringt, während er vorher zerspalten war. Auch bis in die kleinste Welt hinein offenbart sich der Wille Gottes als die Einheit, aber der Friede, den wir meinen, geht weiter. Er ist der Gotteswille der Einheit, der von der Geisteseinheit aus alle Verhältnisse und Beziehungen, alle Dinge und alle Handlungen in die Einheit des Reiches Gottes bringt.
Eberhard Arnold, Ansprache am 13. Januar 1933.

Was wir Frieden nennen, ist meist nur ein Waffenstillstand, in dem der Schwächere so lange auf seine Ansprüche verzichtet, bis er eine Gelegenheit findet, sie mit Waffengewalt von neuem geltend zu machen.
Marquis de Luc de Clapiers Vauvenargues (1715 - 1747),  französischer Philosoph

Es gibt keine Versöhnung mit Gott ohne die Versöhnung mit allen Menschen. Es gibt kein subjektives Christentum in dem Sinne der Einschränkung auf das eigenen kleine Individuum in seinem isolierten Verhältnis zu seinem persönlichen Gott; und es gibt keinen Gott, der einen Menschen ohne seinen Zusammenhang mit den andern Menschen sähe. Christ werden und Gott schauen, teilhaben am Gottesreich bedeutet deshalb zugleich Barmherzigkeit gegen alle, Hunger, unersättlichen Durst nach einer alle umfassenden Gerechtigkeit, nach dienender Liebe und nach gewaltloser Hingabe.
Eberhard Arnold in ‚Versöhnungsarbeit‘, 1921.

Der Mensch kann nicht in einem einzelnen Lebensbereich recht tun, während er in irgend einem anderen unrecht tut. Das Leben ist ein unteilbares Ganzes.
Mahatma Gandhi (1869-1948)

Ohne die Gerechtigkeit gibt es keinen Frieden. Ohne dass das Land der Erde den Armen zurückgegeben wird, bleibt die Gerechtigkeit auf der geraubten Erde verloren. Allen denen und nur denen, die Gutes tun, indem sie alles der Liebe hingeben, gehört der Friede.
Eberhard Arnold in ‚Innenland‘, S. 219.

Auf allen Gebieten des persönlichen und öffentlichen Lebens muss die Gemeinde notwendigerweise die friedenswirkende Liebeskraft des in ihr lebendigen Christus ausstrahlen.
Eberhard Arnold in ‚Neues Lebens‘, 1921.

Das Ziel des Lebens ist nicht, die Welt zu genießen, auch nicht einmal sie wissenschaftlich zu erkennen, sondern aus dieser Erde ein Reich des Friedens, der Gerechtigkeit und der Liebe zu machen, soweit es jeweilen möglich erscheint, und nur soweit wir daran mitgeholfen haben, soweit hat unser Leben einen Wert gehabt.
Carl Hilty (1831 - 1909), Schweizer Staatsrechtler und Laientheologe

Die unsauberen Geister sind so recht die Mordgeister, die in der Luft herrschen. Und wenn alle Kriege abgeschafft wären, so müssten die Pazifisten inne werden, dass der Mordgeist nicht abgeschafft ist, solange die Unreinheit der Atmosphäre zwischen den Millionen erfüllt. Eben dasselbe gilt von dem Mammon.
Eberhard Arnold in einer Ansprache am 8. Januar 1935.

Fünf große Feinde des Friedens wohnen in uns: nämlich Habgier, Ehrgeiz, Neid, Wut und Stolz. Wenn diese Feinde vertrieben werden könnten, würden wir zweifellos ewigen Frieden genießen.
Francesco Petrarca (1304-74), ital. Dichter u. Gelehrter

Weil Jesus selbst in seinem Wesen die organische Einheit aller Charakterzüge des kommenden Reiches ausstrahlte, kann niemand meinen, einen seiner Sätze aus ihrem organischen Gefüge herausreißen und für sich selbst als Gesetz hinstellen zu können. Wer die pazifistische Friedenswirkung oder die Herzensreinheit, irgendeine moralische oder politische Forderung für sich allein setzt und von hier aus nun das Neue fordert und aufstellt, ist auf dem Irrweg. Gewiss, ohne Reinheit des Herzen, ohne die tatkräftige Friedenswirkung gibt es keinen Anteil am Gottesreich; aber wenn der gute Baum nicht gesetzt wird, kann die gute Frucht nicht geerntet werden. Wenn die Veränderung sich nicht auf alle Gebiete erstreckt, ist es eine verlorene Sache in einem Stück Christus nacheifern zu wollen.
Eberhard Arnold in ‚Das Glück‘, 1920.

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