Child running toward her mother

Teenager

von Johann Christoph Arnold

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Dringe darauf, dass die jungen Männer in jeder Hinsicht Selbstbeherrschung üben. Geh du selbst ihnen mit gutem Beispiel voran. Titus 2,6-7

In einer Welt, die jeden Tag korrupter und verdorbener wird, kann es erdrückend sein sich damit auseinanderzusetzen, wie man Teenager durch die turbulenten Pubertätsjahre begleiten soll. Wenn wir jedoch von Anfang an eine aufrichtige und vertrauensvolle Beziehung aufgebaut haben, dann haben wir festen Boden unter den Füssen um darauf einen gehbaren Weg zu finden, und unsere Kinder werden sich nicht verweigern können.

Viele Kinder gehen ohne nennbare Schwierigkeiten durch die ersten Lebensjahre und zeigen ihre Hörner erst, wenn sie in die Vorpubertät kommen. Eltern, die sich zurückhalten und abwarten bis es Konflikte gibt, werden nur äußerlichen Gehorsam einfordern können, aber nicht den Respekt, den es braucht um Problemen wie Lügen, sexuelle Unreinheit, Spott und Stehlen zu begegnen.

Manche jungen Menschen gehen einfach durch schwierigere Zeiten als andere und dann müssen wir darauf achten, dass wir ihnen nicht zu hart und richtend begegnen. Aber auch wenn wir ein großes Herz für sie haben, sollten wir nicht einfach über Sünde hinweggehen, besonders nicht wenn sie in irgendeiner Weise ihre Sexualität betrifft. Sexuelle Experimente können innere Verletzungen und Narben im Leben junger Menschen zurücklassen, an denen sie ihr ganzes Leben leiden. Wir tun ihnen keinen guten Dienst, wenn wir ihre Verfehlungen einfach als "Jugendsünden" abtun. Diese jungen Menschen müssen vor allem zur Umkehr und einer wirklichen Bekehrung geführt werden.

Das erreichen wir niemals durch harte Strafe, Überreden oder intellektuelle Diskussionen. Es geht vielmehr darum selbst den kleinsten flackernden Docht des Gewissens zu bewahren und zu neuem Licht anzufachen. Mein Vater hat immer daran festgehalten, dass wenn jemand auf sein Gewissen hört, er nicht weiterleben kann, ohne Dinge erst in Ordnung zu bringen. Er verglich das Gewissen mit einem alttestamentlichen Propheten. Immer wenn das Volk Israel auf Abwege geriet, stand ein Prophet auf und rief es zur Umkehr zu Gott auf. Wenn Teenager lügen, stehlen, Drogen nehmen, sich betrinken und sexuelle Beziehungen eingehen sagt ihnen ihr Gewissen eigentlich: "Das ist verkehrt; jetzt musst du bestraft werden." Das Gewissen fordert immer eine Konsequenz, denn auch Gott erwartet Taten. Mit anderen Worten: das Gewissen ist ein Lotse, ein Steuerruder und wir müssen unseren Kindern vermitteln, dass das Gewissen kein Feind ist, sondern ihr bester Freund.

Es ist nicht einfach, die Kinder so zu führen, dass ein lebendiges Gewissen heranreift. Wir müssen die Herzen unserer Kinder vorbereiten, damit sie wie gute Erde das Wort Gottes aufnehmen können. Kinder anzupredigen ist bestimmt nicht der rechte Weg dorthin, es verhärtet nur die Herzen. Alle Teenager können jedoch verstehen, dass sie nach dem Ebenbild Gottes geschaffen sind; und wenn sie das als eine Verpflichtung, einen Ruf, einen Auftrag und eine Verantwortung sehen, dann kann das helfen, eine Selbstdisziplin zu entwickeln, die ihnen in allen Lebensbereichen weiterhelfen wird. Jeder, der früh lernt, seinen eigenen Körper wie einen Tempel zu respektieren, ist gut ausgerüstet, um den Versuchungen von Alkohol, Drogen und Sex zu widerstehen.

Genauso wie wir werden auch unsere Kinder immer wieder Versuchungen erliegen und dann müssen wir sie damit ermutigen, dass Gott einen langen Atem hat und mit ihrer Niederlage nicht alles zu Ende ist, so wie er auch mit uns noch nicht fertig ist.

Meine Jahre als Teenager waren davon überschattet, dass meine Eltern oft für lange Zeit unterwegs sein mussten. Dann erinnerte ich mich an die vielen Geschichten über Jesus, die mir meine Eltern erzählt hatten, als ich noch kleiner war. Jahre später, als meine Frau und ich unsere acht Kinder großzogen, gab es auch schwierige Zeiten zu meistern. Dann waren es wieder unsere eigenen, guten Kindheitserinnerungen, die uns Mut machten durchzuhalten und zu versuchen, auch unseren Kindern gute Erinnerungen aus ihrer Kindheit mitzugeben.

Wir alle möchten gern unsere Werte auch der nächsten Generation weitergeben. Dabei verlieren wir leicht den Blick dafür, dass es unsere Taten sind die zählen und nicht unsere Worte. Das Einzige, das wir wirklich an unsere Kinder weitergeben können, ist ein lebendiger Glaube. Obwohl Blumhardt als Pfarrer im 19. Jahrhundert lebte, das so viel frommer war als unsere Zeit, musste er doch auch damals die Eltern warnen, ihre Kinder nicht zur Kirche zu treiben, und er sagte den Eltern: "So lange euer Christus nur in eurer Bibel lebt und nicht in euren Herzen, wird auch jeder Versuch fehlschlagen, ihn euren Kindern nahe zu bringen."

In vielen Elternhäusern könnte so mancher Streit beigelegt werden, wenn die Eltern endlich ihre Kinder innerlich losließen, sich nicht die ganze Zeit über sie ärgerten und nicht mit Zukunftsplänen Druck auf sie ausübten. Meine Mutter gab als Erzieherin Eltern den Rat: "Ihr richtet den größten Schaden an, wenn ihr eure Kinder an euch bindet. Lasst sie los!"

Es kann schwer sein, diesem Rat zu folgen, wenn unsere Kinder sich schlecht benehmen, wenn sie rebellieren und allem, was wir ihnen beigebracht haben, den Rücken zukehren. Aber gerade dann müssen wir eher beten als auf sie einzureden und ihre Seelen in Gottes Hand legen. Wir sollten auch, uns selbst nicht mit zu vielen Selbstanklagen belasten, oder bitter und mutlos werden. Augustinus, einer der ersten Kirchenväter führte als junger Mensch ein sündiges Leben. Dennoch hörte seine Mutter, Monika, nicht auf für ihn zu beten bis er innerlich zusammenbrach, umkehrte und Buße tat. Später wurde er eine tragende Säule in der Kirchengeschichte und hat durch alle Jahrhunderte hindurch unzähligen Menschen in ihrer Gottessuche weitergeholfen.

Alle, die versucht sind, eine ganze Generation als zügellos und degeneriert aufzugeben, sollten damit aufhören und sich selbst anschauen, denn so sehr wir uns auch dagegen wehren es zuzugeben: unsere Kinder sind immer ein Spiegelbild von uns selbst.

Natürlich ist es richtig, dass Eltern die Hände über dem Kopf zusammenschlagen über das texting und sexting das heute unter Teenagern so weitverbreitet ist, aber dann verbringen die gleichen Eltern selbst Stunden mit ihren Smartphones; sie sind entsetzt über die sexuelle Freizügigkeit, die sich ihre Kinder im Internet anschauen, und doch lassen die gleichen Eltern Zeitschriften mit pornographischen Bildern überall im Haus herumliegen. Es bleibt ganz fraglos richtig, dass wir als Eltern Verhaltensregeln in diesen Bereichen aufstellen müssen. Die helfen aber nur, wenn wir mit gutem Beispiel vorangehen.

Es ist ein Privileg junge Menschen zu Jesus führen zu dürfen, ihnen zu zeigen wie wunderbar Gottes Welt trotz all der schrecklichen Unreinheit, Korruption und Dunkelheit unserer Zeit ist. Die folgenden Worte aus dem Jakobusbrief können uns Trost und Ermutigung sein: "Wer einen Sünder von seinem Irrweg abbringt, rettet ihn vor dem Tod und macht viele eigene Sünden gut." (Jakobus 5,20)

child holding paper dolls of a family
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Von Johann Christoph Arnold Johann Christoph Arnold

ist als Redner und Schriftsteller international bekannt. Seinen reichen Erfahrungsschatz als Seelsorger in Ehe- und Erziehungsfragen sowie im Umgang mit Leiden und Sterben hat er in Büchern zugänglich gemacht, die in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt wurden. Er trägt Verantwortung in der Leitung des Bruderhofs, einer internationalen, christlichen Gemeinschaftsbewegung.

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