Child running toward her mother

Religiöse Erziehung

von Johann Christoph Arnold

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  • Robert Lautenschlager

    Liebe Geschwister, Wie oft habe ich mich danach gesehnt um mich mit Euch auszutauschen. 'Als Eltern müssen wir unseren Kindern die Werte vorleben, von denen wir wünschen, dass auch unsere Kinder sie ausleben wollen' wie im oben genannten Artikel von J.C. Arnold. Da kan ich nur voll und ganz übereinstimmen, und hoffe dass noch viele Leser sich diesen Artikel einprägen und ausleben wollen.

Vergesst nie seine Gebote, die ich euch heute verkünde. Schärft sie euren Kindern ein. 5. Mose 6,6

Religiöse Erziehung ist immer ein kontroverses Thema. Trotz des Grundrechtes auf Glaubensfreiheit lehnen öffentliche Schulen doch mehr und mehr Gott ab und öffnen sich eher jenen Werten, die das Lustprinzip, Geringschätzung und Respektlosigkeit im Umgang mit anderen fördern. Werte, die noch vor ein paar Generationen einfach galten, werden in Frage gestellt und jegliche Achtung Gott, Jesus, der Schöpfung und dem Glauben gegenüber wird mehr und mehr unmöglich gemacht.

Die Ehe wird ständig neu definiert und der Gedanke, dass eine Familie einen einzigen Mann als Familienoberhaupt hat mit einer Frau ihm zur Seite, wird längst als altmodisch verlacht und eingeschränkt. Religiöse Symbole und Feste, die mit Weihnachten und Ostern verbunden werden, sind längst zur Nebensache geworden, angeblich aus Respekt Andersgläubigen gegenüber, und "Toleranz" ist zu einem Abgott geworden.

All das reißt unseren Kindern den festen Boden unter ihren Füssen hinweg. Denn all dies hat nichts mit dem Respekt anderen Religionen und Kulturen gegenüber zu tun. Stattdessen ist es ein gezielter Angriff einer gottlosen Gesellschaft jene Grundlagen zu zerstören, die einst unsere westliche Zivilisation zusammengehalten haben.

Natürlich ist es Unsinn zu denken wir Menschen könnten Gott verschwinden lassen. Was immer wir auch tun, Gott wird da sein. Gott war da lange bevor wir existierten und er wird da sein lange nach dem wir nicht mehr auf dieser Erde sind. Deswegen ist es eine zwingende Notwendigkeit, dass wir als Eltern all jene Werte unseres Glaubens, die uns so viel bedeuten, unseren Kindern aufs Herz legen, egal was die Konsequenzen davon sind.

Unsere Kinder sehnen sich nach einer festen Grundlage für ihr Leben. Ihre emotionale Stabilität als Erwachsene hängt davon ab, was wir ihnen in jungen Jahren mitgegeben haben. Wie können wir sie also zu Gott führen? Es ist klar, dass wir ihnen unsere Werte niemals aufzwingen können. Stattdessen müssen sie erleben und sehen, welchen Einfluss diese Werte auf unseren persönlichen Glauben im Alltag haben.

Gottes Geist lässt sich nicht in eine Unterrichtsstunde sperren oder in einem auswendig gelernten Text festhalten. Deswegen können wir uns nicht auf fromme Worte verlassen, sondern wir müssen unseren Glauben in der Tat an unsere Kinder weitergeben.

Was wir ihnen jetzt vermitteln wird in der Zukunft Früchte tragen. Wenn unsere eigenen Kinder lernen, Vater und Mutter und Gott zu ehren, dann werden sie dieses Gebot auch weitergeben. Und wenn sie lernen zwischen Gut und Böse zu unterscheiden, dann haben sie alles was nötig ist, um dies auch ihren Kindern einmal beizubringen.

Wir können Kindern Gott am Besten in der Natur nahe bringen. Jesus selbst hat immer wieder auf Gleichnisse aus der Schöpfung zurückgegriffen um seinen Zuhörern etwas zu verdeutlichen. Auch heute noch spüren Kinder, dass Gott hinter einem glühenden Sonnenuntergang oder einem leuchtenden Sternenhimmel gegenwärtig ist; sie können sich ihn im Wind und Sturm vorstellen. Sie sind die ersten, die den Schöpfer hinter der Schönheit der Erde wahrnehmen und die wissen, dass er in ihren Herzen wohnt.

Wir können Kindern auch biblische Geschichten vorlesen und ihnen aus dem Leben Jesu erzählen oder über die Bedeutung von Weihnachten und Ostern sprechen. Es gibt keine bessere Zeit als die Wochen vor Weihnachten, um die Kinder an die alttestamentlichen Prophezeihungen heranzuführen, die alle auf den Messias hinweisen, oder ihnen von den Heerscharen von Engeln zu erzählen, die die Geburt Jesu angekündigt haben. In der gleichen Weise können Kinder die Bedeutung von Ostern erfahren, indem wir ihnen von dem Leidensweg Jesu am Kreuz erzählen und von der Freude der Auferstehung.

Kleine Bibelverse auswendig zu lernen kann auch eine Hilfe sein, den Glauben nahe zu bringen. Kinder die wichtige Passagen auswendig lernen, haben einen Felsen auf dem sie im späteren Leben stehen können, wenn sie in schweren Zeiten Trost und Zuversicht suchen. Musik kann auch einen Menschen zu Gott führen. Meine eigenen Kinder haben schon in jungen Jahren Händels Messias gehört und sie sagen, dass sie auch heute noch dadurch in ihrem Glauben gestärkt werden.

Gott zu danken und zu loben ist genauso wichtig wie ihn um Hilfe zu bitten. Ob man vor einer Mahlzeit ein Dankgebet spricht oder mit den Kindern abends am Bett betet, sie sollten auf jeden Fall lernen, Gott für alles was sie haben zu danken: für ihre Eltern und Familie, für die Freunde, das Essen und ein Dach über ihrem Kopf. Es öffnet ihnen die Augen für die Not anderer, wenn wir sie daran erinnern, dass nicht alle Kinder das haben, was sie haben.

In einer Zeit in der polarisierend und hasserfüllt in der Öffentlichkeit geredet und argumentiert wird, ist es entscheidend, dass unser Zuhause eine Oase der inneren Kraft und Sicherheit ist, dass wir als Eltern die Werte vorleben, von denen wir wünschen, dass auch unsere Kinder sie ausleben wollen. Das ist das größte Geschenk, das wir unseren Kindern machen können und der wichtigste Aspekt jeglicher Erziehung.

child holding paper dolls of a family
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Von Johann Christoph Arnold Johann Christoph Arnold

ist als Redner und Schriftsteller international bekannt. Seinen reichen Erfahrungsschatz als Seelsorger in Ehe- und Erziehungsfragen sowie im Umgang mit Leiden und Sterben hat er in Büchern zugänglich gemacht, die in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt wurden. Er trägt Verantwortung in der Leitung des Bruderhofs, einer internationalen, christlichen Gemeinschaftsbewegung.

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