Child running toward her mother

Reden über Leben, Tod und Leiden

von Johann Christoph Arnold

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Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken und meine Wege sind nicht eure Wege. Jesaja 55,8

Wenn wir mit Kindern über Geburt, Tod und andere Geheimnisse der menschlichen Existenz reden, sollten wir immer daran denken, dass jegliches Leben in Gottes Hand ist. Kinder verstehen diese Wahrheit eher als Erwachsene. Ihre Gedanken sind einfach und ihre Fragen aufrichtig und ehrlich. Wenn unsere Antworten über das hinausgehen, was die Kinder wissen wollten, verwirren wir sie nur.

Alles Leben kommt von Gott und kehrt zu ihm zurück, und wenn wir das wirklich glauben, dann werden unsere Ängste vor dem Tod und damit auch die Ängste unserer Kinder gelindert. Die Bibel sagt uns, dass Gott der Herr über Leben und Tod ist und wie wunderbar es sein wird, wenn Jesus auf diese Erde zurückkehrt, wie die Trompete erschallen wird und wir wieder auferstehen werden und lebendiger sein werden als wir es jetzt sind.

Kindern über die Geburt eines Menschen zu erzählen sollte nicht kompliziert sein. Die meisten Kinder akzeptieren und verstehen ganz einfach, dass neues Leben ein Geschenk Gottes ist und wir müssen dafür sorgen, dass wir sie nicht mit zu vielen unnötigen Informationen belasten, nach denen sie gar nicht gefragt haben. Wenn die Kinder älter werden, ändert sich natürlich auch das wonach sie fragen. Wir können den Bereich der Zeugung eines Menschen nicht einfach umgehen. Aber auch dann ist es der Respekt vor Gott als der Quelle und dem Schöpfer allen Lebens, der es den Kindern ermöglicht unsere Antwort anzunehmen und ihren eigenen Körper und den anderer in gleicher Weise zu respektieren.

Schon in recht jungem Alter kann es sein, dass Kinder fragen, warum Gott so viel Leid in der Welt zulässt, warum es Armut, Krieg und das Böse gibt und warum es oft aussieht, als ob der Teufel stärker sei als Gott. Manche Kinder kommen nie auf solche Gedanken, während es anderen Kindern das Herz schwer machen kann.

Wenn Kinder danach fragen, sollten Eltern sie daran erinnern, dass Gott trotz Sünde, Leid und Ungerechtigkeit allmächtig ist und seine Liebe am Ende siegen wird. Man muss ihnen erklären, dass aller Schmerz in der Welt, besonders das Leiden der Unschuldigen auch ein tiefer Schmerz für Gott selbst ist. Man muss ihnen helfen zu sehen, dass es nicht Gottes Schuld ist, wenn Menschen sich hassen und Kriege beginnen. Erzählt ihnen die Geschichte von Adam und Eva, die Gottes Wort hinterfragten und ihm dann ungehorsam wurden, indem sie die verbotene Frucht vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen aßen. So kam die Sünde in die Welt; vor dem Sündenfall des Menschen lebten alle und alles in Frieden und Harmonie miteinander. So hatte Gott es gewollt und so wird es wieder sein, wenn sein Friedensreich auf diese Erde kommt.

Auf solche Weise kann man Kindern helfen zu verstehen, dass Leid und Tod Teil von Gottes Plan sind. Natürlich sollten wir ihnen keine Angst machen, aber es schadet auch nicht, sie darauf vorzubereiten, dass auch sie in ihrem Leben Leid und Tod begegnen werden. Wenn wir ihnen einen lebendigen Glauben vermittelt haben, ist es sogar etwas auf das sie sich freuen können.

Dies alles vermitteln wir Kindern am ehesten, wenn wir ihnen gegenüber ehrlich genug sind auch unsere eigenen Ängste einzugestehen und mit ihnen zu beten, während wir gleichzeitig den Frieden betonen können, den wir finden, wenn wir Gott vertrauen. So lernen Kinder am Vorbild mit Leiden umzugehen, das auch sie früher oder später erleben werden.

Wir müssen sehr aufmerksam sein und genug Zeit haben für Kinder, die mit Unsicherheiten leben. Vielleicht wurde ein Freund oder Verwandter verletzt oder starb sogar, oder ein Lehrer hat einen Unfall oder eine Naturkatastrophe erwähnt. Was immer es auch war, selbst das für uns kleinste Ereignis kann bedrohliche Formen in den Gedanken der Kinder annehmen. Sich die Ängste und Befürchtungen anhören, Fragen beantworten und das Kind immer wieder zu Gott weisen, kann ihm Frieden bringen.

Ältere Kinder können in ihren Ängsten und Befürchtungen darauf hingewiesen werden, dass es viele andere gibt, denen es bedeutend schlimmer geht. So können sie lernen barmherzig zu sein. Und wir können ihnen immer wieder versichern, dass Gott uns nie mehr auferlegt als wir tragen können.

child holding paper dolls of a family
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Von Johann Christoph Arnold Johann Christoph Arnold

ist als Redner und Schriftsteller international bekannt. Seinen reichen Erfahrungsschatz als Seelsorger in Ehe- und Erziehungsfragen sowie im Umgang mit Leiden und Sterben hat er in Büchern zugänglich gemacht, die in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt wurden. Er trägt Verantwortung in der Leitung des Bruderhofs, einer internationalen, christlichen Gemeinschaftsbewegung.

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