Child running toward her mother

Mutterschaft

von Johann Christoph Arnold

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Ihre Kinder sind stolz auf sie, und ihr Mann lobt sie. „Es gibt viele tüchtige Frauen“, sagt er; aber du bist die allerbeste!“ Sprüche 31,28

Eine wahrhafte Mutter denkt Tag und Nacht an das Wohlergehen ihrer Kinder. Sie ist die erste, die sie lobt und tröstet und sie ist auch die erste, die sie beschützt, wenn sie Gefahr spürt. Sie hat sie durch die Schwangerschaft und die Schmerzen der Geburt getragen und sie trägt sie auch weiterhin in ihrem Herzen. Ihre Intuition ist oft klarer als die ihres Mannes und sie lässt sich ihre Befürchtungen nicht leichtfertig ausreden, wenn ihr Mann sie zu schnell beruhigen will oder ihre Unruhe auf die leichte Schulter nimmt. Sie wird auch die Erste sein, die sich an Gott wendet im Gebet für ihr Kind. Das hat vielleicht das alte jüdische Sprichwort geprägt: „Weil Gott nicht überall sein konnte, hat er jedem Kind eine Mutter gegeben.“

Wenn ein Kind nachts schreit, kommt meistens zuerst die Mutter ans Bett. Sie fühlt den Schmerz des Kindes instinktiv, und ihn mitzutragen ist für sie keine Last, sondern ein Vorrecht und eine Freude.

Das Mitgefühl und die Liebe einer Mutter sind grenzenlos. Sie gibt die Hoffnung für ihre Kinder nicht auf, selbst wenn alle anderen sie aufgegeben haben und ihre Kinder verurteilen. Und darüber hinaus wird sie für ihre Kinder glauben, selbst wenn ihre Kinder den Glauben verloren haben.

Eine gute Mutter ist ein Vorbild für ihre eigene Familie und für jeden, der ihr begegnet. Wenn sie sich freut, sind alle um sie herum zufrieden. Und jede Frau, ist dazu gerufen eine Mutter zu sein, ob sie verheiratet ist oder nicht, ob sie Kinder hat oder nicht. Die Menschen merken es, wenn eine Frau Gott liebt und zuallererst dienen möchte.

Ich kann Gott nicht genug für die Liebe meiner eigenen Mutter danken und für die tiefe Beziehung, die sie zu meinem Vater hatte. Obwohl man sie nie hätte als „religiös“ bezeichnen können, war es doch ganz offensichtlich für uns sieben Kinder, dass unsere Eltern Gott von ganzem Herzen liebten und genauso sich gegenseitig und uns. Während es für uns alle klar war, dass unser Vater der Familie vorsteht, hat er doch nie auch nur die kleinste Respektlosigkeit unserer Mutter gegenüber geduldet.

Viele Frauen wehren sich heutzutage gegen den Gedanken der Mutterschaft, dabei vergessen sie, dass Mutterschaft ein Privileg und auch eine von Gott gegebene Aufgabe ist. Früher wurde Mutterschaft als die höchste Berufung einer Frau angesehen, heute wird sie entwertet, und an ihre Stelle ist oft die berufliche Karriere getreten. Obwohl diese Abwehr angesichts von Unterdrückung und Missbrauch Frauen gegenüber nachzuvollziehen ist, wird damit doch nichts gewonnen. Wie anders könnte unser Familienleben sein, wenn wir nur zugeben würden, dass wir sehr verunsichert sind über die Rolle von Mann und Frau; wenn wir nur wieder nach Gottes Plan für Mann und Frau fragen würden und uns gegenseitig mit Liebe und Respekt achteten!

Frauen sind heute oft in verantwortlicher Position bis zum Zeitpunkt der Geburt, und das ist bewundernswert. Aber wenn Schwangerschaft und Kinder es erfordern, sollte die Mutterschaft immer die höchste Priorität behalten. Zuallererst und vor allem sollten sie Mutter sein – und erst danach Ärztin, Lehrerin, Rechtsanwältin, Managerin oder Buchhalterin. Anstatt die Mutterschaft zu bereuen oder abzulehnen, sollten sie diese vielmehr als ein Geschenk Gottes sehen. Kein Opfer lohnt sich so sehr wie das, welches für ein Kind gebracht wird.

Eines meiner liebsten Vorbilder für eine Mutter findet sich im Alten Testament. Hannah konnte jahrelang keine Kinder bekommen, aber sie gelobte, dass sie falls sie doch noch einen Sohn bekommen sollte, ihn Gott zurückgeben würde. Ihr Wunsch wurde endlich erfüllt, und obwohl es ihr schwer gefallen sein muss, hielt sie ihr Versprechen - sie gab ihren Sohn Samuel dem Priester Eli, dass er ihn als einen Diener Gottes erziehe. Ihr kindlicher Glaube wurde in mehrfacher Hinsicht belohnt: ihr und ihrem Mann wurden nach und nach noch fünf weitere Kinder gegeben.

child holding paper dolls of a family
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Von Johann Christoph Arnold Johann Christoph Arnold

ist als Redner und Schriftsteller international bekannt. Seinen reichen Erfahrungsschatz als Seelsorger in Ehe- und Erziehungsfragen sowie im Umgang mit Leiden und Sterben hat er in Büchern zugänglich gemacht, die in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt wurden. Er trägt Verantwortung in der Leitung des Bruderhofs, einer internationalen, christlichen Gemeinschaftsbewegung.

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