Child running toward her mother

Eine Familie gründen

Verfügbare Sprachen: español, 한국어, العربية, English

0 Kommentare
0 Kommentare
0 Kommentare
    Abschicken

Selbst die Regierungen heute machen es deutlich, dass das traditionelle Familienbild nicht mehr zeitgemäß ist. Die Familie, wie wir sie seit Jahrhunderten kennen, bricht auseinander und Kinder werden zunehmend von Großeltern oder Geschwistern erzogen. Steigende Scheidungsraten und wachsender Druck an den Arbeitsstellen bringen es mit sich, dass Eltern die Verantwortung für ihr Kinder anderen Verwandten überlassen.

Die Inanspruchnahme der technischen Fortpflanzungsmedizin, wie Samenbanken und künstliche Befruchtung, kann tragische Konsequenzen haben. Viele Kinder wissen nicht einmal mehr, wer ihre wirklichen Eltern sind oder wie sie mit anderen Kindern verwandt sind. Wir haben anscheinend vergessen, dass die Gesundheit einer Gesellschaft von der Gesundheit ihrer Familien abhängt.

Väter und Mütter sollten immer die wichtigsten Vorbilder im Leben eines Kindes sein. Alle Kinder wollen die zwei Menschen kennen, die sie zur Welt brachten – sie wollen sie lieben und von ihnen geliebt werden. Leider sind diese zwei Menschen in zu vielen Fällen nicht mehr da. Doch man kann dankbar sein, dass es noch Menschen gibt, die daran glauben, dass das traditionelle Verständnis von Familie nicht nur gelebt werden kann sondern absolut nötig ist, um zu überleben. Das kann aber nur geschehen, wenn wir zu der einfachen Lehre Jesu zurückkehren, die uns sagt, wir sollen Gott lieben und unseren Nächsten wie uns selbst.

Eine Ehe kann nur gelingen, wenn Gott den Mann und die Frau zueinander führt, und wenn sie gemeinsam wollen, dass Gott sie beieinander hält. Auch müssen sie sich Gottes Ordnung für ihre Beziehung zu eigen machen: Der Mann soll seiner Frau dienen als geistliches Haupt; in derselben Weise soll die Frau ihrem Mann dienen als seine Gehilfin. Auch wenn viele Menschen denken, dass eine solche Beziehung einengend wirkt, ist das Gegenteil der Fall: sie befreit. Das ist aber nur möglich, wenn beide Partner von Christus selbst geführt werden.

Wenn ein Mann seine Frau zu Gott führen soll, dann muss er sie respektieren und lieben und nicht herrschsüchtig über sie gebieten. Er soll sich selbst vom Heiligen Geist führen lassen und daran denken, dass wahre Leiterschaft Dienen bedeutet. Der Apostel Paulus warnt uns Männer, dass unsere Gebete nicht erhört werden können, wenn wir unsere Frauen nicht achten und ehren (1.Petr. 3,7). In gleicher Weise soll auch eine Frau ihren Mann mit Liebe und Respekt behandeln.

Gebet ist der entscheidende Faktor, wenn es um das Gelingen einer Ehe geht. Mann und Frau sollen täglich miteinander beten – für ihre Kinder, für einander und für die Menschen um sie herum. Gerade angesichts der Hektik, der heute so manche Ehen ausgesetzt sind, kann es hilfreich sein, sich bestimmte Zeiten zum Beten freizuhalten, zum Beispiel jeden Morgen vor dem Frühstück oder abends vor dem Schlafengehen. Natürlich kann man auch zu jeder anderen Zeit des Tages beten, wo immer man sich gerade aufhält. Doch Müdigkeit oder "zu viel zu tun" ist keine Entschuldigung, wenn es ums Beten geht. Wie viele von uns vertiefen sich in die Zeitung, simsen mit Freunden oder sitzen jeden Abend vor dem Fernseher – und haben keine Zeit für den Ehepartner oder für Gott?

Soziologische Untersuchungen zeigen wieder und wieder, dass die Zwei-Eltern-Familie das beste Fundament für das Aufwachsen von Kindern ist. Doch die Welt ist voller Alleinerziehender, und auch sie müssen ermutigt und bestärkt werden. In all den Jahren habe ich mit vielen von ihnen gearbeitet und bin auch ihren Kindern zum Freund geworden. Ich habe den Versuch nie bereut, ihr Vertrauen zu gewinnen und ihnen zu zeigen, dass Gott auch sie liebt, dass ihr Leben wichtig ist und dass sie ihre ganz spezielle Aufgabe haben. Kinder reagieren immer auf Erwachsene, die ihnen Liebe und Respekt zeigen, unabhängig von dem Erscheinungsbild ihrer Familie.
Immer noch ist die Ehe zwischen einem Mann und einer Frau mit dem Versprechen lebenslanger Treue die beste Grundlage für die seelische Gesundheit und Ausgeglichenheit eines Kindes. Zerstörte Familienverhältnisse, ob durch Untreue, Scheidung, Alkohol- oder Drogensucht, sind verheerend für ein Kind und hinterlassen lebenslange seelische Narben.

Viele Menschen fragen nach Gottes Willen, aber sie folgen ihm nur so lange, wie er mit ihren eigenen Vorstellungen übereinstimmt. Wenn wir Gott wirklich lieben, dann werden wir ihm folgen wollen – unabhängig von den Konsequenzen für uns; wir werden herausfinden, dass unsere tiefste Freude und größte Sicherheit darin liegt, ihm um jeden Preis die Treue zu halten. Wenn wir uns bei einer Gefährdung unserer Ehe an Gott wenden, dann werden wir immer die Weisheit und die Kraft finden, um unsere Ehe wieder auf Kurs zu bringen. Er ist die einzige Grundlage, auf der man zuversichtlich und sicher eine Familie gründen und Kinder großziehen kann.

Child
Möchtest du einen Kommentar schreiben? Diskutiere mit! 0 Kommentare
Von Johann Christoph Arnold Johann Christoph Arnold

ist als Redner und Schriftsteller international bekannt. Seinen reichen Erfahrungsschatz als Seelsorger in Ehe- und Erziehungsfragen sowie im Umgang mit Leiden und Sterben hat er in Büchern zugänglich gemacht, die in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt wurden. Er trägt Verantwortung in der Leitung des Bruderhofs, einer internationalen, christlichen Gemeinschaftsbewegung.

Mehr lesen
0 Kommentare