Child running toward her mother

Die Rolle der Großeltern

von Johann Christoph Arnold

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Kindeskinder sind die Krone der Alten. Sprüche 17, 6

Großeltern sind etwas ganz Wunderbares – so denken jedenfalls meine Kinder. Viele von uns sind sich aber nicht so ganz sicher, was ihre Rolle in der Familie betrifft. Manche Familien sind verblendet durch die Meinung, dass Verwandte nicht gut miteinander zurechtkommen, und indem sie diese Stereotype als Tatsache akzeptieren, verletzen sie eine Beziehung, die bedeutungsvoll sein könnte. Sollten wir nach Gottes Plan nicht alle im Frieden miteinander leben? Immerhin sind Mann und Frau in einer Ehe eins und natürlicherweise hat jeder von ihnen ein Elternpaar.

Unglücklicherweise schmachten viele Großeltern in Pflege- oder Wohnheimen dahin, während ihre Kinder und Enkelkinder weit entfernt von ihnen wohnen. Das mag zwar ein Ergebnis unserer wirtschaftlichen und sozialen Realitäten sein, aber deswegen ist es noch immer nicht gut zu nennen. In vergangenen Jahrhunderten war es undenkbar für Kinder sich von ihren Eltern und Großeltern abzuwenden. Der Begriff "Familie" bezog immer auch die weitere Großfamilie ein, ohne irgendwelche Ausnahmen. Und diese Großfamilie kann ein enormer Segen sein.

Diejenigen unter uns, die glücklicherweise in der Nähe der Enkel leben, müssen von diesem Segen überzeugt sein. Die Fürsorge unserer Kinder ist ein Ausdruck ihrer Dankbarkeit für die Jahre, die wir für sie gesorgt haben. Dafür teilen wir unsere Freude an ihnen und den Enkeln indem wir mit ihnen spielen, zelten, wandern und sie an interessanten Unternehmungen teilhaben lassen.

Hoffentlich sind wir für unsere Enkelkindern auch Vorbilder. Meine Frau und ich danken Gott, dass wir Großeltern sind und wir freuen uns darauf, in den kommenden Jahren auch Urgroßeltern zu werden. Trotzdem ist uns klar, dass egal wie sehr wir unsere Enkelkinder lieben, es allein in der Hand der Eltern liegt, wie sie ihre Kinder erziehen. Das kann schwer sein, besonders wenn die Vorstellungen über die Erziehung der Kinder sehr unterschiedlich sind. Wir können jedoch die grundsätzliche Verantwortung der Eltern für ihre Kinder nicht umgehen, besonders da sie diese Verantwortung noch lange, nachdem wir nicht mehr leben tragen müssen.

Trotzdem sollten junge Paare ermutigt werden, sich von ihren Eltern Rat zu holen. Warum sollten Großeltern ihre Lebensweisheiten nicht weitergeben, besonders solche, die sie durch selbst gemachte Fehler erworben haben? Wer weit weg von den eigenen Enkelkindern lebt, sollte die Entfernung nicht als eine Ausrede benutzen. Durch Briefe schreiben und telefonieren können sie aktiv am Leben der Kinder und Enkel teilnehmen. In den meisten Fällen wird ihre Hilfe und Fürsorge willkommen sein und nicht abgelehnt werden.

Großeltern sollten sich immer frei fühlen einen Rat zu erteilen, sich aber niemals einmischen. Natürlich gibt es hierfür Ausnahmen. Wenn es um Sicherheit oder Vernachlässigung geht, haben Großeltern keine andere Wahl als sich aktiv einzumischen. Am besten ist es natürlich, die Eltern ganz praktisch zu unterstützen, z.B. wenn das Enkelkind krank ist oder die Eltern in anderer Weise überlastet sind.

Jedes Enkelkind freut sich über ganz individuelle Aufmerksamkeit, wie z.B. eine Geschichte, ein besonderer Keks, unerwartete Hilfe bei den Hausaufgaben oder ein Spaziergang in der freien Natur. Großeltern, die weiter weg leben, müssen da natürlich andere Wege finden, um ihre Liebe zum Ausdruck zu bringen. Das kann eine Ansichtskarte, ein kleines Geschenk, ein Anruf oder ein Überraschungsbesuch sein. Auf jeden Fall können sie immer für ihre Enkelkinder beten, besonders in den schwierigen Jahren der Pubertät.

Egal wie alt ein Kind ist, die Zeit, die es mit den Großeltern verbringen kann, wird immer sein Leben bereichern. Solche Momente können für das Kind eine Oase der Gemütlichkeit und Ruhe sein und den Großeltern gibt es die Möglichkeit, Liebe zu zeigen. Am Ende ist das für beide Teile ein Segen.

child holding paper dolls of a family
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Von Johann Christoph Arnold Johann Christoph Arnold

ist als Redner und Schriftsteller international bekannt. Seinen reichen Erfahrungsschatz als Seelsorger in Ehe- und Erziehungsfragen sowie im Umgang mit Leiden und Sterben hat er in Büchern zugänglich gemacht, die in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt wurden. Er trägt Verantwortung in der Leitung des Bruderhofs, einer internationalen, christlichen Gemeinschaftsbewegung.

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