Da wurden Kinder zu ihm gebracht, dass er die Hände auf sie legte und betete. Die Jünger aber fuhren sie an. Doch Jesus sprach: Lasset die Kinder und wehret ihnen nicht, zu mir zu kommen, denn solchen gehört das Himmelreich (Mt. 19,13-14).
Mit diesen Worten sagt uns Jesus, dass Kinder wichtig sind. Er sagt uns auch, dass sie schon zu seiner Zeit nicht erwünscht waren. Aber seine Versicherung, dass das Reich Gottes nicht uns gehört sondern ihnen, ist wichtig, denn es gibt auch heute viele, die diese Botschaft nicht hören wollen.
Wir Erwachsene begreifen es oft nicht, wie nahe Kinder Gott bereits sind. Wir vergessen, dass Jesus sagt, "ihre Engel haben immer Zugang zu meinem Vater." "Engel" bedeutet "Bote". Schutzengel sind geistige Boten – Geister, die Gott schickt, um Kinder zu beschützen und zu leiten. Anders als die Engel und anders als die Kinder – die in das Herz Gottes sehen – können wir Gott nicht sehen. Doch können wir die Kinder sehen und wir können sie in unsere Herzen aufnehmen. Und indem wir sie aufnehmen, nehmen wir Jesus selbst auf (Luk. 9,48).
Wie führen wir Kinder zu Jesus? Als Erstes einmal müssen wir selbst an ihn glauben und mit Vertrauen und Glauben zu ihm kommen. Im Neuen Testament lesen wir, wie Simon und Anna – zwei alte Menschen – ihr ganzes Leben lang auf den Messias warteten, den "Trost Israels". Als Jesus geboren wurde begrüßten sie das Kind mit Freude und Dankbarkeit – und Glauben. Nun konnten sie dem Tod ohne Angst entgegen sehen und im Frieden leben.
Als Pastor werde ich oft gebeten, Neugeborene zu segnen, und das ist eine meiner schönsten Aufgaben. Jesus selbst sagt "Wer eines dieser Kinder in meinem Namen aufnimmt, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, nimmt nicht mich auf sondern den, der mich gesandt hat" (Mark. 9,37). Diese Haltung aus Liebe und Glauben ist es, die den kindlichen Geist ausmacht.
Jeder liebt ein kleines Baby, aber selbst Babys können sehr schnell unsere Geduld auf die Probe stellen, und viele scheinen bald eine Last zu sein, oder sie sind uns unbequem. Aber ganz egal, welche Schwierigkeiten sie uns bereiten mögen, Kinder sind eine Gabe Gottes. Wenn wir sie so willkommen heißen, dann wird Gott uns bestimmt segnen und uns die Kraft geben, sie aufzuziehen. Das sollte für alle jungen Familien und für die, die eine Familie gründen wollen, eine Ermutigung sein. Besonders wenn wir Schwierigkeiten begegnen, wartet Gott darauf, uns zu helfen, vorausgesetzt, dass wir beten und bitten und suchen und anklopfen (Matth.7,7-11). Dann werden Türen aufgetan.
Die Jünger wollten auch von Jesus lernen, aber sie waren nicht bereit, wie Kinder zu werden: sie stritten sich, wer von ihnen der Größte sei und wer im Reich Gottes der Größte sein würde. Als Antwort rief Jesus ein kleines Kind zu sich, stellte es in ihre Mitte und sagte: "Wer sich selbst erniedrigt wie dieses Kind, ist der Größte im Reich der Himmel" (Matth.18,4).
Um all der Kinder willen wünschte ich, dass das Reich Gottes sehr bald kommen möge, so dass sie alle direkt dort einziehen können.
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Hiermit beginnen wir als Neubearbeitung eine Serie von Kapiteln, die ursprünglich als Buch unter dem Titel Denn ihnen gehört das Himmelreich (A Little Child Shall Lead Them) veröffentlich wurden. Wöchentlich soll ein neues Kapitel dazu kommen, zum Kommentieren und Diskutieren.
Weitere Kapitel folgen. Bisher:
- Ein Wort an den Leser
- Einführung
- Der kindliche Geist
- Eine Familie gründen
- Das ungeborene Kind
- Vaterschaft
- Ein Zuhause schaffen
- Die Rolle der Großeltern
- Die ersten Jahre
- Achtung und Respekt
- Wenn Kinder verwöhnt werden
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