Die Schlange war schlauer als alle Tiere des Feldes, die Gott, der Herr gemacht hatte. Sie sagte zu der Frau: "Hat Gott wirklich gesagt: Ihr dürft von keinem Baum des Gartens essen?"….. "Nein, ihr werdet nicht sterben," sagte die Schlange zur Frau. "Gott weiß vielmehr: Sobald ihr davon esst, gehen euch die Augen auf; ihr werdet sein wie Gott und erkennt Gut und Böse." (Genesis 3, 1, 4-5)
Als Gott die Welt erschuf sah er, dass alles was er gemacht hatte gut war. Alle Kreatur lebte in Einigkeit zusammen. Aber dann verführte die Schlange Adam und Eva, und sofort kam die Sünde in die Welt. Eva wurde von der Frage versucht: "Hat Gott das wirklich gesagt?" – und von dem einfachen Versprechen: "Ihr werdet nicht sterben!" Wir müssen verstehen, was das bedeutet. Satan versuchte Eva mit Gottes eigenen Worten, so wie er später auch Jesus versuchte.
Bis heute versucht Satan, uns von Gott und von anderen Menschen zu trennen. Dazu stellt er ganz unschuldige Fragen, die uns Misstrauen ins Herz säen. Er gaukelt uns vor, ein Engel des Lichts zu sein, aber er ist der Vater der Lüge und versucht, uns in Verwirrung und Zweifel zu stürzen. Sehr oft hat er damit Erfolg. Die Schlange streut Zweifel in Evas Herz und sie stellt Gott auf die Probe, ob er wirklich sein Wort halten wird. Schon das war ein Verrat an Gott und zeigt uns, wie Satan auch heute noch wirkt.
Im Matthäusevangelium lesen wir, wie Jesus sich nach seiner Taufe in die Wildnis zurückzog und Satan ihn versuchen wollte. Satan wusste, dass Jesus körperlich geschwächt war, weil er vierzig Tage gefastet hatte. So näherte er sich Jesus mit falschem Mitleid und vorgetäuschter Ehrfurcht und flüsterte ihm ein, dass das ganze Reich der Welt ihm gehören könnte.
Schon in dieser ersten Versuchung entlarvte Jesus Satan als das, was er wirklich war. Er vertraute bedingungslos auf Gott und machte nicht einmal den Versuch, auf Satan zu hören.
Es war nicht einmal die verbotene Frucht, die Adam und Eva verlockte. Sie wollten sein wie Gott. Das ist der größte Fluch, der auf der Menschheit lastet. Adam und Eva trennten sich dadurch von Gott, dass sie ihm nicht mehr vertrauten. Und weil sie ihn nicht mehr ehrten und ihm nicht mehr gehorchten, machten sie sich gegenseitig zu Abgöttern.
Gott gehört an die erste Stelle
Das alles sollte eine Warnung für uns sein, ob wir verheiratet sind oder nicht. Gott gehört in unserem Leben an die erste Stelle – nicht der Partner oder die Partnerin, nicht unsere Kinder. Meine Frau und ich haben es gelernt: Wenn Gott nicht der Erste war in unserem Leben und wenn wir uns nicht um Hilfe an ihn wandten, selbst in kleinen Sachen, verloren wir bald die Nähe zueinander. Das wirkte sich auch auf unsere Kinder aus (selbst wenn sie sich dessen nicht bewusst waren); sie wurden ungehorsam und streitsüchtig. Ich habe das auch bei anderen Familien gesehen: Wenn ein Elternpaar vom Weg abkommt, verlieren die Kinder ihre Sicherheit und zeigen das in ihrem Benehmen. In unserem Fall – wie auch in vielen anderen Familien – änderte sich das, sobald wir wieder zu Gott zurückfanden.
Es ist eine falsche Liebe, wenn wir unsere Partner oder unsere Kinder idealisieren. Wir können nicht frei über unsere Probleme oder die unserer Familie sprechen. Wie Adam verlieren wir unsere Liebe zu Gott oder wir sehen nicht mehr, wie er uns zugewandt ist; wir sehen nur noch unseren Ehepartner oder unsere Kinder. Anstatt unsere Fragen direkt anzusprechen, beschönigen wir sie. So verlieren wir schließlich die innere Beziehung zu Gott oder zueinander.
Noch schlimmer: wir öffnen die Tür für das Böse – besonders auf dem Gebiet der Sexualität. Die Folgen sind innere Abgestumpftheit und Isolation. Adam und Eva verloren ihre Unschuld, weil sie die Einheit mit Gott verloren. Der Mann gab der Frau die Schuld und spielte den Stärkeren, und die Frau grollte dem Mann und gab Satan die Schuld. Ihre Einheit war zerstört. Mann und Frau wurden zu Rivalen und waren nicht mehr eins.
Rivalität und Konkurrenzkampf?
Wenn unsere Ehen von Gott getrennt sind, macht sich Rivalität breit und wir werden von Selbstsucht beherrscht. Wir konkurrieren miteinander, jeder versucht sich sein eigenes kleines Paradies zu schaffen, doch bald versinken wir in Isolation. Unsere innere Verbindung ist zerstört und was uns verbleibt, ist nur noch eine äußere Verliebtheit. Wir geben einander die Schuld und suchen nur noch unseren eigenen Vorteil und unsere Unabhängigkeit. Die Freude, uns ganz einander hinzugeben, ist verschwunden.
Die Feinde eines Lebens mit Gott sind Eigensucht und Habgier. Alles, was im Gegensatz steht zu Leben und Liebe, ist Sünde. Sünde führt zu Trennung, und Lohn der Sünde ist der Tod. Satan zerstört die Grundlagen unserer Beziehungen.
Man hat Satan als ein Wesen mit Hufen und Hörnern dargestellt. Eine solche Vorstellung hat keine biblische Grundlage. Satan und seine Dämonen umgeben die Erde als Mächte des Bösen, wie eine Atmosphäre. Sein Ziel ist es, die Menschen durch Eigennutz und Egoismus zu verblenden: "Ihr werdet sein wie Gott." Statt den Weg des Gehorsams zu gehen, lassen wir uns in Versuchung führen.
Von Gott abgeschnitten stellen wir uns selbst in den Mittelpunkt der Welt und suchen unser Glück in Reichtum und Vergnügen. Doch diese Götzen stürzen uns nur in Schwierigkeiten und Unzufriedenheit. Dann kommt die erste misstrauische Frage: "Warum?" und die zweite: "Gibt es wirklich einen Gott?". Wir bezweifeln die Führung des Geistes und fragen: "Warum habe ich es so schwer? Warum gerade ich?".
Suche das völlige Vertrauen
Solche Fragen zehren an unserem Vertrauen in Gott und ineinander, und wenn wir so fragen, dann sind wir nicht mehr weit entfernt von der Sünde. Völliges Vertrauen lässt sich von Gott an die Hand nehmen und geht den Weg, den er uns führt. Selbst wenn der Weg durch Mühsal und Leiden führt, kann uns nichts geschehen, wenn wir auf Gott vertrauen und seine Hand ergreifen. Sobald wir ihn loslassen und ihn in Frage stellen, fangen wir an zu zweifeln. Das ist immer wieder der Aufruf: an Gott fest zu halten.
Jesus hat jedes menschliche Leiden erlitten. Es wurde ihm nichts erspart – weder Hunger noch Durst noch Einsamkeit noch selbst der Tod. Aber niemals versuchte er, seinen Leiden zu entkommen, und so kann er uns die Stärke geben zu überwinden. Selbst die teuflischsten Versuchungen, die schlimmsten Stunden der Dunkelheit überwand er mit den Worten: "Du sollst anbeten Gott, deinen Herrn, und ihm allein dienen" (Math. 4,10). Das ist der Weg, auf dem Satan all seine Macht über uns verliert und wir das Bild Gottes wiederfinden.
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